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Die Sache mit dem Dresscode

Dresscodes sollen eine Hilfe sein, nur leider wird das selten verstanden. Ob dagegen rebellieren oder sie übertrieben interpretieren, beides ist schlimm.

Von Bettina Weber

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Ich gebe es zu: Ich reagiere ungnädig auf Dresscodes. Weil ich mir anmasse, ziemlich gut zu wissen, welche Kleidung für welchen Anlass passend ist. Dennoch kann ich nachvollziehen, was die Gastgeber damit bezwecken wollen: Herrschaften, sagen sie nämlich auf diese Weise, es handelt sich bei unserer Veranstaltung um einen schicken Anlass. Oder um einen festlichen. Oder um einen legeren. Sie legen damit den Rahmen fest, und das finde ich in Ordnung, dann weiss man auch gleich, was einen erwartet.

Und weil heutzutage keine Regeln mehr gelten, also der moderne Mensch sich keine Gedanken mehr macht, ob seine Garderobe passend ist oder nicht, weil ja alles geht beziehungsweise das vermeintliche anything goes der Mode komplett falsch verstanden wird, sind Dresscodes dringender vonnöten denn je. Bloss scheint das der Sache nicht förderlich zu sein.

Rebellion gegen Dresscodes ist kindisch
In den vergangenen Wochen war ich ein paar Mal an Einladungen mit vorgeschriebener Kleidung und ich stellte fest: Entweder wird der Dresscode ignoriert oder er wird übertrieben. Beides ist schlimm. Ersteres zeugt von mangelnder Höflichkeit, das Zweite von einem fehlenden modischen Sachverstand. Wer seine persönliche Rebellion als Erwachsener auslebt, indem er sich ostentativ um einen Dresscode schert, ist kindisch. Es handelt sich dabei, wenig verwunderlich, hauptsächlich um Männer, die in Turnschuhen, lausigen T-Shirts und verwaschenen Jeans aufkreuzen.

Frauen übertreiben es
Bei den Frauen läuft die Sache insofern aus dem Ruder, als dass sie den Bogen überspannen. Sie können zum Beispiel ein Cocktailkleid nicht von einem Abendkleid unterscheiden. Sie hüllen sich in Kleider aus changierendem Stoff, nie eine gute Idee, weil es nicht glamourös aussieht, sondern vielmehr „Landpomeranze” schreit.

Auch Korkenzieherlocken, zuviel Make-Up und hautfarbene Strümpfe in offenen Schuhen sind verheerend in der Wirkung; dann lieber die Kombination aus eine dunkler Jeans, weisser Bluse, Blazer und High Heels. Das ist schlicht, das hat Klasse, das geht immer. Denn glauben Sie mir, overdressed zu sein, noch dazu schlecht overdressed zu sein, ist genauso peinlich wie underdressed zu sein. Es wirkt provinziell. Man sagt damit auch: Ich habe keine Ahnung von Mode.

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