Clack

Die Manipulatoren. Wir.

Wir hassen es, manipuliert zu werden. Doch meist manipulieren wir unsere Umwelt selbst Tag für Tag. Nicht immer ist das schlecht - aber zwischen den Geschlechtern könnte man viel Kraft und Tränen sparen, wenn mans bleiben liesse.

Von Rhea Schlager

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Kennt ihr Personen die versuchen andere zu manipulieren um ihren Willen zu bekommen? Nein? Ich sage, ihr kennt sie nicht nur, sondern seid viel mehr selbst einer dieser Menschen– Denn Manipulation ist eine völlig menschliche Eigenschaft, die jeder zu seinem Nutzen verwendet. Schon in der alltäglichsten Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Akteuren wird bewusst oder unbewusst suggeriert, um die eignen Ziele zu erreichen.

Wieso wird manipuliert? Geht es um Männchen und Weibchen, ist es ziemlich schnell erklärt. Eine Frau möchte einen Mann besitzen und halten. Sie setzt dafür Verletzlichkeit, Unnahbarkeit und sexuelle Anziehungskraft ein. Hingegen möchte ein Mann von einer Frau bloß Sex. So einfach diese Aussage auch klingt, sie beruht auf ein primitives Verlangen, das schon seit den Anfängen der Menschheit in uns ruht. Er lügt, verspricht und verstellt sich, um sein Ziel zu erreichen.

Auch wenn es uns nicht bewusst ist, wir manipulieren ständig unser Gegenüber, indem wir Sprache verwenden. So kann ein Einfaches: «Heute ist es so schön draußen. Lass uns etwas unternehmen.» – mit dem Ziel, jemanden dazu manipulieren, sich von der Couch und dem Fernseher loszulösen und sogar gegen seinen Willen in die Natur zu spazieren.

Es gibt die verschiedensten Arten von Suggestion, doch nicht immer muss es negativ sein. Hier unterscheidet man am besten zwischen drei Arten der Beeinflussung:

Positive Manipulation:
Positive Suggestion kann man mit einigen Beispielen erklären. Zum Beispiel die Komfortzone, die es immer wieder zu überwinden gilt. Vor einiger Zeit war ich mit meinen Freunden im Wiener Prater, wo die Wahnsinnsbahn Black Mamba steht. Eigentlich habe ich mir vorgenommen gehabt, nur Autodrom zu fahren, weil ich meistens ein großer Schisshase bin was Höhe und Geschwindigkeit anbelangt. Leider redeten jedoch zahllose Stimmen auf mich ein, die mich dazu überredeten mit der schwarzen Schlange zu fahren. Der positive Gruppenzwang lies mich aus meiner Komfortzone herausschlüpfen und der Gefahr ins Auge blicken, was ich am Ende alles andere als bereute.

Des Weiteren versteht man als positive Beeinflussung auch, jemanden aus seinen Trott herauszuholen. Als es einer Freundin von mir einmal ziemlich dreckig ging, weil ihr Freund sie nach einer langjährigen Beziehung ohne Grund einfach sitzen ließ, versuchte ich für sie da zu sein. Das schaffte ich auch mit positiver Manipulation, indem ich sie dazu animierte aus ihrem Schneckenhaus herauszukriechen und mit mir Feiern zu gehen.

Männliche Manipulation:
Zu gefühlten 99.9% beeinflussen die männlichen Geschöpfe unserer Rasse, um hemmungslosen, körperbetonten Sex zu bekommen. Durch das tief verwurzelte animalische Verhalten des Mannes, seinen Samen möglichst großflächig zu Versprühen, kann es vorkommen, dass das Männchen mehr als nur ein Weibchen in der Begattungsmaschinierie am Laufen hat. Um sie halten zu können, wendet der Mann dabei einen einfachen Trick an, um die Frau glauben zu lassen, dass sie ihn erfolgreich an sich gebunden hat. Es sind die am schwersten auszusprechenden drei Worte: Ich liebe dich. (Hier möchte ich aber auch noch kurz anmerken, dass es unzählige Männer gibt, die diese Worte von Herzen sagen und es auch so meinen.)

Weibliche Manipulation:
Hier ist das weibliche Geschlecht deutlich im Vorteil. Ich rede von sexy weiblichen Kurven, einen süßen Schmollmund und großen runden Augen. Und nicht zu vergessen der emotionalen Überlegenheit der Frau gegenüber einem Mann. Wir Frauen wissen geschickt unsere Reize einzusetzen, auch wenn es uns nicht bewusst ist. Es reicht ein Einfaches über den Tisch lehnen um an das Salz zu kommen, um dem Mann unser gesamtes Dekolleté zu präauml;sentieren und um seine Gedanken unfreiwillig in Richtung Sex zu lenken.

Doch so unfreiwillig sind manche Handlungen des schöneren Geschlechts sehr oft gar nicht. Durch emotionale Überlegenheit wissen Frauen, wie sie geschickt einen Mann um den Finger wickeln können und gegebenenfalls an sich zu binden.

Maniplulation als ausgeglichenes Spiel

Man stellt sich folgende Situation einmal bildlich vor: Zwei Frauen betrachten sich gerade im Toilettenspiegel eines Clubs und machen sich für die Balz frisch. Natürlich unterhalten sie sich miteinander über die Männer, die sie an dem Abend schon im Etablissement kennen gelernt haben und welche dieser Männer absolut nicht ihre Liga sind.
Wenn ein potentieller Partner, den sie äußerlich sehr anziehend fand, dann brav vor der Toilette wartet, wie sie es ihm aufgetragen hat, fällt die Anziehungskraft mit einem Mal unter den Nullwert. Dieser meist unbewusste Test zeigt der Frau, dass sie alles von diesem Mann haben kann, was ihn dadurch sexuell absolut uninteressant macht. Weil der Mann aber die Befürchtung hat, dass ein anderer seine Umworbene ansprechen könnte, oder sie sich im Club nicht mehr begegnen würden, macht er genau das, was sie von ihm verlangt. Aber keine Frau möchte einen Hund haben, der ihr auf Schritt und Tritt hinterherdackelt. Viel mehr möchte sie einen Mann, der seinen eigenen Willen hat und anstatt vor der Toilette auf sie wartet, sich mit einer anderen unterhält. Dieses Verhalten weckt Eifersucht in der Frau, weshalb sie ihn nur noch mehr haben möchte. Wie ein Kind, das die Spielsachen erst interessant findet, wenn ein anderes damit spielt. Das führt dazu, dass Männer sich rar machen, sich cool geben, auch wenn sie vielleicht lieber vor der Toilette gewartet hätten. Und es führt dazu, dass Frauen sich unnahbar geben, sich erobern lassen, auch wenn sie vielleicht lieber einfach in seine Arme sinken würden.

Also, Männer und Frauen, werdet euch eurer Manipulationen bewusst, seid autenthisch in euren Gefühlen und sagt: «Ich liebe Dich», wenns so ist, und «Ich will mit dir ins Bett», wenns nur das ist.

Rhea Schlager ist Mittzwanziger-Studentin, Hobbybloggerin bei «r[h]ealized» und freie Journalistin. Wenn sie nicht gerade in die Tiefen mancher Liebesromane eintaucht oder von Schokolade träumt, hält sie euch mit unverblümten Artikeln auf dem Laufenden.

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Rhea Schlager

Rhea Schlager ist Mittzwanziger-Studentin, Hobbybloggerin bei «r[h]ealized» und freie Journalistin. Wenn sie nicht gerade in die Tiefen mancher Liebesromane eintaucht oder von Schokolade träumt, hält sie euch mit unverblümten Artikeln auf dem Laufenden.


Kommentare

  • Tomas

    Was wollen sie denn von einer Frau, Mark?

  • Katharina

    Hate to say this: Your text is along simple primitive stereotypes. In fact, I believe most readers are beyond the silly gender stereotypical pseudoscientific paradigm of many ‘lifestyle’ outlets. If I was a male of the species, I would feel offended by phrases like ‘the Man only acts upon his primitive urge to spread his sperm as far and wide as possible, and whatever he says to indulge you is a masquerade.’
    I have met men with a far higher complexity of empathy and emotion than you depict, including the one that enabled me having children, without a remote chance for him to have with me the emotional bond usually involved in doing so.

    I have met men that would give their live, just for my well-being, without them being close to me. But their sense for the community obligated them to be THAT committed. Now… How more complex can reflection with oneself get to achieve that level of social intelligence?

    As a woman I am offended by phrases about an alleged emotional superiority of women. I have not that much and close ties to men, due to the nature of my being ( a woman who loves women). But I can say this: I have met men whom I consider evil bastards, I have met men as benign and enriching with their minds my life as not many other humans, some beyond of what I ever thought possible, some I owe to that I was able to cross boundaries never thought to be crossable in my mind (some of the readers know what I mean – a way to peace).

    I have met women, as devious, primitive and mean as many other humans, and I have met women enriching my mind, love and insight beyond many other humans. (in my case also finding MS princess). And for the ones who might think it: no, I do not think there is a power imbalance between genders. Some ( male or female) fall into a pattern of submission without reflection. That is how the insignia of power work. Unfortunately still more often than not.

    So be it.

    Please stop portraying a dichotomy along gender. I am honestly sick of it. Men are not enemies. Nor are women.

    (P.S. I know I should write this in German. But my thoughts come across better in English, I think.)

  • Irene

    Ich bin beeindruckt von diesem Artikel. Nur ein kleiner Zusatz, es gibt auch noch andere Frauen und Männer, die diesem Muster absolut nicht entsprechen…:)

  • Ylene

    Sobald ich so stereotype Abhandlungen über DIE Frau und DER Mann lese, könnte ich kotzen. Klaaaaar, alle 3.5 Mia. Frauen ticken ja genau gleich und Männer sind einfach aus Prinzip treulose, notgeile Schweine, aber wir können dafür ja nur unsere Titten über den Tisch hängen und haben die dann gleich wehrlos bei den Eiern. Und emotional überlegen sind wir dabei irgendwie auch noch – so guet. Vielleicht sollten Sie mal aus Ihrer Schnulzenwelt in die richtige Welt auftauchen? Vielleicht sollten Sie sich nicht nur auf ‘Fleischmärkten’ rumtreiben? Und wer will schon nicht Sex – ausser vielleicht Kinder und Asexuellen.

  • Peter Fu

    So direkt gefragt – ach leider nicht an mich.. sniff eh tja, sorry: das einzige wofür man Frauen brauchen kann, sonst müsst ich sie ja nicht als Frauen wahrnehmen.

  • Peter Fu

    She’s still young, an innocently frolicking bird in the summerly sky of ever-repeating media and – if I may quote from the very beginning of a glorious movie: it’s a story, just a story, so take it as a story.
    And well, stereotypes alone often make a story, and some stories, they only work because of their stereotypes – way beyond good and evil at that.

  • Peter M.

    Emotionale Überlegenheit der Frau, der Mann ein bloss an Sex interessiertes Ungeheuer… Mir fehlen die Worte.
    Lass doch deine virtuelle Video-Game-Welt mal für einen Moment sein, treff lebende Menschen und sei überrascht, wie differenziert und nuanciert die reale Welt tatsächlich ist.

  • Peter Fu

    Ich nehme mal an, das grosse Gedankenthema ist die Manipulation an sich und nicht die Porträtierung geschlechterspezifischen Verhalten, was wohl mehr Sandkasten-Übungen sind. (sonst ditto)
    Interessante Frage wäre dann allerdings wieso Manipulation als solches die Autorin gerade beschäftigt hat? :/

  • Peter M.

    “Natürlich unterhalten sie sich miteinander über die Männer, die sie an dem Abend schon im Etablissement kennen gelernt haben und welche dieser Männer absolut nicht ihre Liga sind.”
    Au Mann. Wenn du Menschen und Männer schon in Ligen einteilst, dann beklage dich nicht, wenn du selbst mal einer unterklassigen Liga zugeteilt wirst. Aber mal abgesehen vom Inhalt: Der Satz ist doch grammatikalisch einfach Scheisse.

  • Rhea

    Schon mal was von emotional denkenden Frauen und rational denkenden Männern gehört? Denk mal drüber nach.

  • Mark

    “Hingegen möchte ein Mann von einer Frau bloß Sex.”
    Das ist ja ein primitives Manns-Bild, das Sie mit sich rumtragen. Spätestens bei dem Satz kann man sich das Lesen des Rests sparen. Peinlich.

  • Peter Fu

    Schon mal was von Salz und Pfeffer gehört? .. Denk mal drüber nach…?

    Womit ich eigentlich sagen will, dass minimalistische Hinweise auf eigene Gedankenkonstrukte viel einfacher verständlich sind, wenn sie ausformuliert werden und mit solch netten Extras versehen wie z.B. dem Adressat.

    Ist dieser Kommentar ein gutes Beispiel der zwei Denkensarten? Freude herrscht!

    (Mehr Kommunikation macht ja auch mehr spass, so massvoll)

  • Kurt

    Der bedauernswerte Mann, der da mal als Partner hinhalten muss…

  • marie

    …ähm… der bunte artenvielfältige rest kommt schon noch, frau schlager. …wird schon.

  • Peter Fufu

    Check, danke wink

  • Rhea

    Ich finde es lustig, was manche Leute in einen Text hineininterpretieren (und sich gegebenenfalls sogar mit dem Artikel identifizieren). Um eins klarzustellen: Die Rede hier ist nicht von Stereotypen – natürlich ist jeder Mensch anders.
    Mein Text dreht sich um ein manchmal bewusstes, manchmal unbewusstes, menschliches Verhalten und wie manche Leute mit Suggestion umgehen. Nicht mehr und nicht weniger.

  • disko79

    “Zu gefühlten 99.9% beeinflussen die männlichen Geschöpfe unserer Rasse, um hemmungslosen, körperbetonten Sex zu bekommen. Durch das tief verwurzelte animalische Verhalten des Mannes, seinen Samen möglichst großflächig zu Versprühen, kann es vorkommen, dass das Männchen mehr als nur ein Weibchen in der Begattungsmaschinierie am Laufen hat”
    Wie kann man sich so einen Stuss überhaupt ausdenken? Ist das feministische Theorie, wie sie heute bei 20jährigen Frauen verbreitet ist? Oder ists aus einem grottenschlechten SciFi-Film?

  • Rhea

    Peter Fu, mein Kommentar war nicht an dich gerichtet. Vielmehr bezog er sich auf Ylene’s Unglauben, was emotionales Denken der Frauen betrifft.

  • Tomas

    Das ist keine Theorie grin
    Aber ich kann mir vorstellen, dass wenn man sich freiwillig als “disko79” einloggt, kann man das so empfinden.

  • Sportpapi

    Es ging aber um emotionale Überlegenheit, und nicht emotional denken (was ja ein Widerspruch in sich ist). Und man würde irgendwie ja schon gerne wissen, wie sich denn diese Überlegenheit äussert.

  • Sportpapi

    Nicht jede Offerte, jede Handlung ist doch gleich eine Manipulation. Damit verbunden wäre ja, dass es der/die Betroffene nicht merkt.
    Zum anderen bin ich irgendwie froh, dass ich dieses Paarungs-/Clubszene-Ding hinter mir habe (wobei: so habe ich das sowieso nie erlebt). Tönt ja wie im Kindergarten.

  • Aylin

    Angepisst, Kurtli? Der “bedauernswerte” Mann wird immerhin mit einer klugen, talentierten Freundin beschenkt.

  • Dina

    Ich finde die Verallgemeinerungen in diesem Text etwas extrem und etwas unsympathisch, kann den Grundgedanken jedoch nachvollziehen. Manipulation ist Alltag. Jeder manipuliert und wird manipuliert.
    Es tut mir jedoch leid, dass du von Männern nur manipuliert wirst um Sex zu haben. Oder vielleicht sind nur das die Manipulationen, welche du wahrnimmst?

  • disko79

    Möchtest du lieber Witze über meinen richtigen Namen machen, der auf -ic aufhört, Tomas?

  • irene aufderfahrt

    über die vorhandene Manipulation stimme ich voll zu doch wie und wann und von wem sie ausgeführt wird??? sie wirkt natürlich, diese Manipulation wenn doch sich 2 menschen treffen und es um Aktionen geht, immer ein Kompromiss in der regel getroffen wird, welcher wiederum doch auch eine Manipulation ist, auch wenn nicht in direkter form. das gefühl dabei entscheidet ob wir es als Kompromiss oder Manipulation wahrnehmen. die andern teile von ihrem text von sowegen, Schmollmund und animalische verhalten, na ja…das wahr vielleicht mal, in den 60 jahren…..hhhhhh…heute nur noch ein abklatsch oder vielleicht nocht besser ein gutes APP…..

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