Clack

Die heimlichen Maitressen

Die Frau, der Mann und seine Geliebte. Der Quotenmann weiss, welche Frauen sich aus welchen Gründen auf Dreiecksbeziehungen einlassen. Eine Typologie.

Von Réda Philippe El Arbi

Twittern

Eine Bekannte hat sich auf einen verheirateten Mann eingelassen. Das hat mich dazu gebracht, einmal über die Möglichkeiten einer Frau in dieser Situation nachzudenken. Und nein, es wird keine dieser moralischen Abrechnungen, die überraschenderweise oft von Frauen kommen: «Diese Schlampe ruiniert eine Ehe!» In meinen Augen trägt in erster Linie der Mann die Verantwortung gegenüber seiner Ehefrau, nicht seine Geliebte.

Es gibt ganz verschiedene Möglichkeiten einer solchen Dreieckskonstellation. (Lesen Sie auch: «Fremdgehen à la Hollywood») Unterschiedliche Frauentypen lassen sich aus den verschiedensten Gründen auf bereits vergebene Männer ein. Hier ein paar Beispiele:

Das willige Opfer
In der Rolle des willigen Opfers findet man oft eine Frau mit Bindungsängsten. Früher in ihrem Leben verliebte sie sich oft in Typen, die sie sowieso nicht beachteten. So konnte sie schwärmen, romantischen Träumen nachhängen und sich selbst bemitleiden, ohne dass die Gefahr bestand, dass der Typ plötzlich real in ihrem Leben auftauchte. Nun, etwas älter, lässt sie sich auf einen Mann ein, der sich nie von seiner Frau trennen würde, ihr aber trotzdem immer wieder seine Liebe schwört. So läuft sie wieder nicht Gefahr, sich in einer wirklichen Beziehung wiederzufinden. Und meist macht sie das Schicksal oder die Liebe dafür verantwortlich, dass die Kerle ihres Herzens immer schon besetzt sind. Und sie leidet auch mehr oder weniger melodramatisch unter der Situation.

Das verruchte Büroliebchen
Das Büroliebchen ziert sich ein wenig, bevor es etwas mit dem verheirateten Kollegen anfängt. Sie will den Mann eigentlich nicht wirklich, mag aber das Amoralische an der Situation. Sie ist oft etwas jünger als der Mann und bevorzugt Sex an Orten, an denen man erwischt werden kann. Sie liebt Sprüche wie: «Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überallhin». Sie ist grundsätzlich zu selbstbezogen und vertreibt sich so einfach die Zeit mit etwas Nervenkitzel, ohne sich der Dreiecksbeziehung wirklich bewusst zu sein. Sobald sie sich dann in «den Richtigen» verliebt, lässt sie die Affaire sausen und wird ein braves Mädchen, das sich nur noch in den späteren, langweiligen Nächten herzbebend an ihre verruchte Zeit als Geliebte erinnert. (Lesen Sie auch: «Wer sich wie schnell abschleppen lässt»)

Die Organisierte
Diese Geliebte versteht sich selbst nicht als «Geliebte». Sie siehts eher so, dass sie sich einen Lover nimmt, der ihr nicht in ihre eigene Lebensgestaltung pfuschen kann. Sie ist sehr unabhängig, mag keine Typen, die ihr Leben mit ihr teilen wollen und sie von wichtigeren Dingen abhalten. Sie wählt sich bewusst einen verheirateten Mann. Am Liebsten einen mit Kindern, so dass er gebunden ist und auf keinen Fall auf die Idee kommen kann, mehr als einmal wöchentlich aufzutauchen. Eine Pragmatikerin, die eine Affaire schon beendet, sollte der Mann es wagen, mehr als zweimal Blumen mitzubringen oder sonst irgendwas zu tun, das Anzeichen von Verliebtheit trägt.

Das Mauerblümchen
Das Mauerblümchen lässt sich auf einen verheirateten Mann ein, weil sie sich auf jeden einlassen würde, der ihr ein wenig Zuneigung zukommen lässt. Sie hält sich selbst für nicht attraktiv und ihr Selbstwertgefühl ist so gering, dass sie ihren verheirateten Lover immer in Schutz nimmt, egal wie Scheisse er sie behandelt. Sie schafft es, sich jede Verletzung und jede Erniedrigung von seiten des Mannes schönzureden. Sie weint heimlich und sucht den Fehler immer bei sich. Sie nimmt die Brosamen, die bei der Beziehung abfallen und baut sich ein Leben darumherum.

Die Dezentrale
Diese Geliebte ist verwandt mit der Organisierten. Sie hat meistens mehrere Männer in ihrem Leben: einen für die Kultur, mit dem sie klassische Konzerte und Ausstellungen besucht, einen, um Party zu machen und durch die Clubs zu ziehen, einen für philosophische Gespräche, einen, um sich auszuweinen. Und dann natürlich einen fürs Bett. Sie wählt sich als Liebhaber mit Vorliebe einen verheirateten Mann, da die körperliche Nähe für einen Mann Grund sein könnte, Ausschliesslichkeit zu fordern. Bei einem gebundenen Mann ist diese Gefahr ein wenig geringer. (Lesen Sie auch: «Frauen und Männer können heute viel freier wählen»)

Die Pflegerin
Die Pflegerin tröstet. Sie fällt immer wieder auf Männer herein, die anscheinend unter ihrer Ehe leiden. Sie geht nicht mit ihnen ins Bett, weil sie das selbst besonders geniesst, sondern, um dem armen Ehemann ein wenig Linderung zu verschaffen. Sie hört sich auch gerne Geschichten über die böse Ehefrau an und fühlt sich dabei edel, weil sie in ihren Augen ihre Liebe dahin gibt, wo sie am Meisten benötigt wird. Sie sieht sich selbst als unabhängig und merkt in vielen Fällen nicht, dass sie genauso benutzt wird, wie sie den Verheirateten benutzt. Der Deal ist: Sex gegen hehres Selbstbild.

Das Flittchen 
Obwohl die Bezeichnung «Flittchen» eine eher negative Konotation hat, ist dieser Typ Geliebte wohl die gesündeste. Sie schläft mit verheirateten Männern, weil sie ihr gefallen und weil sie Lust darauf hat. Ob er verheiratet ist oder nicht, ist ihr egal. Sie will ihn ja nicht besitzen. Sie übernimmt keine moralische Verantwortung für die Ehe, die sie nichts angeht. Sie wird ihn nach einer Weile wieder fallenlassen, weil ein Neuer ihre Aufmerksamkeit erregt. Sie lässt sich nicht benutzen, sie rennt ihm nicht hinterher, sondern geniesst, wenn sie will, lässt los, wenns nicht mehr geht. Sie ist das, was das verruchte Büroliebchen gerne wäre. (Lesen Sie auch: «Wie viele Männer hatten Sie?»)

Die neidische Furie
Dieser Typ fühlt sich vom Leben immer betrogen. Sie lässt sich auf verheiratete Männer ein, weil sie denkt, das Liebesglück stehe ihr  – und nicht der Ehefrau – zu. Sie will den Mann genau so lange, wie er verheiratet ist. Solange sie in Konkurrenz zur Ehefrau steht, sieht sie es als persönliche Herausforderung, den Mann für sich zu gewinnen. So wird sie nicht «heimliche» Geliebte bleiben, sondern alles daransetzen, dass die Konkurrentin von ihr erfährt. Sie wird mit Zähnen und Klauen um ihr Opfer kämpfen. Nur um ihn  dann, wenn seine Frau sich von ihm trennt, links liegen zu lassen. Sie will nicht den Mann, sie will den Mann einer anderen. Sie hinterlässt nur niedergebrannte Beziehungen.

Réda Philippe El Arbi ist Co-Chefredaktor bei clack.ch, Autor, Geschichtenerzähler, Stadt-Blogger bei Züritipp/newsnet.ch, Haustiersitter und war kurze Zeit Herausgeber des Zürcher Satiremagazins «Hauptstadt». Er versucht, hier seine männliche Sicht der alltgälichen Dinge zu vermitteln.

  

(Visited 274 times, 1 visits today)
Quotenmann


Kommentare

  • Tomas

    m: eben. Man hat immer eine (Moral, natürlich). Aber sie können mir gerne widersprechen, selbstverständlich nur mit Charme und lieblichem Augenaufschlag.

    Den Satz “es geht ohne Moral, aber niemals ohne Ethik” müssten sie mir irgendwann erklären, denn die beiden Begriffe beschreiben letztendlich weitestgehend dasselbe.

    Ansonsten, ich habe vor sie zu meinem Zombie zu machen, zwecks Produktion von Süssspeisen. Da ich es bereits geschafft habe ihr Elefantenhirn ausser Gefecht zu setzen, wird es ein Kinderspiel.

  • marie

    Moral (von lat. moralis, die Sitte betreffend):
    Moral beschreibt hauptsächlich Handlungen, die ein Mensch oder eine Gesellschaft von anderen Mitmenschen erwartet. Moral soll dafür sorgen, dass Menschen ein bestimmtes Verhalten an den Tag legen. Moral kann je nach Gesellschaften/Kulturen anders sein (bsp.: die linke Hand gilt in einigen Kulturen als unrein; ergo reichen sie diese in diesen Kulturen nicht. Ausser sie machen es bewusst, dann gilt es als unmoralisch.)
    Ethik (altgr. das sittliche {Verständnis}):
    Die Ethik beschäftigt sich mit dem moralischen Handeln der Menschen und versucht vor allem, Kriterien für gutes und schlechtes Handeln aufzustellen und die Folgen, die durch gute oder schlechte Taten entstehen, zu bewerten. Das Ziel der Ethik ist das Aufstellen von allgemeingültigen Regeln und Werten, damit Menschen friedlicher zusammenleben können.
    …dies ist seeeehr einfach beschrieben, aber begründet vllt ein wenig, warum ich der Meinung bin, dass es ohne Ethik nicht geht. Aber es u.U. (ich betone noch einmal unter Umständen) es durchaus Momente/Situationen usw. keine Moral geben kann.
    (bsp. eine Studie besagt, dass es eine grosse Anzahl Erwachsene gibt, die den Kindern schamlos die Süssigkeiten wegessen, weil sie nur an sich denken und sich die Frage nach dem Teilen gar nicht stellen (nicht kennen). Wenn es diesen aber bewusst wäre, dann würden sie unmoralisch handeln. Moralisch wäre teilen, oder niemand kriegt Süssigkeiten.)
    und ich gelobe, ab sofort nur noch bei meinen Leisten zu bleiben; ich werde in Zukunft nur noch putzen, backen, bügeln und an der Arbeit mit Augenaufschlag “Tee? Coffee? Me?” säuselnd-lächelnd von mir geben.
    Gruss einer (hirnlosen) Untoten, die ab und zu Laute von sich gibt. grin
    PS: Sie dürfen ruhig eine andere Meinung haben. In der Philosophie gibt es ohnehin in dieser Angelegenheit x Strömungen. Die Ihrige diesbezüglich ist genauso verbreitet wie meine; und das ist gut so, denn es sagt nonverbal doch einiges über die Person aus (nicht wertend gemeint).

  • The Damned

    Und was ist mit der bereits verheirateten Frau, die sich auf einem anderen verheirateten Mann einlässt? Diese Kombination ist alles andere, als selten. Ansonsten eine- einmal mehr- sehr treffende Analyse!

  • Daniel

    Was ist mit der Singlefrau, die sich ziemlich unspektakulär und ehrlich in einen verheirateten Mann verliebt?

  • Réda Philippe El Arbi

    Es geht ja nicht ums verlieben. Es geht darum, dann regelmässig mit dem Mann zu schlafen, ohne Aussicht auf eine feste Beziehung. Entweder frau hat sich das so gewünscht, oder frau hat einen Hang zu Selbstverletzung.

  • Tomas

    Gut gesehen. Ich würde nur ergänzen, dass die “organisierte” durchaus mit allen schlafen kann, obwohl sie sonst typverschieden unterschiedlichen Funktionen zugeordnet sind, und dass es auch unter den anderen Kategorien Kreuzungen gibt grin

    Und ja, offensichtlich, falls man der letzten Analyse von Ashley Madison glauben soll, sind die meisten Geliebten im normalen Leben gelangweilte Ehefrauen – die Schweiz scheint diesbezüglich die Nummer eins zu sein grin

  • Réda Philippe El Arbi

    Die gelangweilten Ehefrauen haben einen eigenen Status, da sie selbst in Beziehungen gebunden sind. Eine Geliebte ist Single.

  • marie

    wenn sie schon typologisieren, haben sie einen typ unterschlagen! die überbrückerin.

  • Réda Philippe El Arbi

    Die Überbrückerin
    Dieser Typ Geliebte will unverbindlichen Sex, ohne dass sich daraus eine Beziehung ergibt. Eine Beziehung hat sie gerade hinter sich, und vielleicht will sie sich irgendwann mal wieder auf eine einlassen. Die moralische Berechtigung holt sie sich oft aus der Tatsache, dass der Idiot, von dem sie sich getrennt hat, auch fremdgegangen ist. Dazu liest sie immer wieder Statistiken, die beweisen, dass eigentlich alle fremdgehen, und das das ok ist so.

    😀

  • Tomas

    OK, wenn sie meinen – auch wenn ich diese Meinung nicht nachvollziehen kann. Ich definiere eine Geliebte als das, was neben der Dauerpartnerin läuft, unabhängig von dem jeweiligen Status aller Beteiligten.

    Und noch etwas kann ich nicht nachvollziehen: ihre Behauptung, er Mann trägt die Verantwortung. Wie lächerlich ist denn das? Wollen sie die Frauen als wie auch immer geartete willenlose Objekte verstehen? Die Frauen wissen sehr wohl, was sie da tun – wie sie übrigens selber zutreffend in ihrer Analyse dargestellt haben. Allerdings, ich gebe ihnen Recht dass sie nicht immer ahnen, was aus der ursprünglich als kontrolliert begonnenen Affäre am Ende werden wird, aber das ist ein anderes Thema.

  • Tomas

    Überbrücker sind wir doch alle, ein Leben lang.

  • marie

    was ist an betrügen moralisch? (betrifft die frau wie der fremdgeher übrigens)

  • marie

    @t
    nö.

  • marie

    …das ist keine analyse, das ist schubladisieren.  wem’s hilft…

  • Réda Philippe El Arbi

    Nein, der Mann trägt die Verantwortung seiner Frau gegenüber. Genauso, wie eine Frau, die fremdgeht, die Verantwortung ihrem Partner gegenüber trägt. Es sind nicht die jeweiligen Geliebten, die fremdgehen, es sind die, die in einer Beziehung sind.

  • Réda Philippe El Arbi

    @Marie: Moral ist überbewertet. Meist wird sie nur dazu gebraucht, um zu beweisen, dass andere verwerflicher sind, als man selbst. Und welche Moral? Christliche? Humanistische? Islamische? Sie sehen das Problem …

  • marie

    @réda
    insofern man eine hat, ist die eigene massgebend. die quintessenz jedoch bleibt: die hohe wahrscheinlichkeit massiv zu verletzen. da beschert man jemandem emotional die hölle auf erden. könn(t)en sie damit leben?

    @t
    …habe ihrem votum in sachen wir alle sind überbrücker vergessen beizufügen: …bin geneigt, dies in die schublade typisch mann zu stecken; es könnte ja immer etwas besseres daher kommen… ich weiss, was sie meinen – ich spiele jede woche euromillions.

  • Tomas

    m: es geht nicht darum, dass es etwas Besseres geben kann oder wird. Es geht darum, dass alles auf dieser Welt ein Verfallsdatum hat. Alles.

    Und die Moral: jedes menschliche Wesen hat eine eigene Moral. Es kommt nicht darauf an, ob sie, Marie, sie gut finden oder nicht, ausser das Wesen findet es in seinem moralischen Kanon wichtig, dass sie (oder andere) sie gut finden. Sie erinnern sich an unseren Gespräch über Breivik?

  • Tomas

    OK, einverstanden, jetzt ist es klar. Jeder und jede wer sich für eine Untreue entscheidet trägt natürlich für diesen Entscheid die Verantwortung, auch wenn die Umstände manchmal kaum eine andere Lösung zulassen.

  • marie

    “insofern man eine hat, ist die eigene massgebend”… das meinte ich eben damit, dass jeder entweder eine eigene moral hat oder eben u.u. auch keine.
    und über breivik haben wir beide noch nie diskutiert, das war wohl mit einer anderen wink  (8-tung habe ein elefantenhirn tomas!)
    ich habe nirgends geschrieben, was gut oder schlecht ist. sie unterstellen mir schwarz/weiss malen. genau das tue ich eben nicht!
    und dass wir alle ein verfallsdatum haben, weiss ich selbst! sehe es ja in erster linie an mir selber und habe die worte gammelfleich und verfallsdatum in ähnlichen zusammenhängen ja oft genug verwendet. was mir ja immer massiv angekreidet wurde.
    aber meine logik bestätigt ja eigentlich meine aussage… wenn bei ihnen irgendeine frau das verfallsdatum überschritten hat, ersetzen sie ja das gammelfleisch mit etwas neuem, frischem. …also “besserem”. wink (die wortwahl ist zugegebenermassen krass, hart und plakativ, spiegelt aber die haltung wieder. für mich kein problem tomas – ich kenne beide seiten übrigens; verletzt haben beide “situationen”, ich weiss wovon ich spreche.)

  • marie

    sollte jemand auf diese “idee” kommen, sei es weiblein, männlein, gebe ich einfach einen einzigen rat: don’t shit where you eat!

  • Tomas

    m: es gibt nicht so etwas wie “keine Moral”. Es gibt höchstens eine Moral, die Sie nicht für solche halten, was ich mit meiner Moral übrigens moralisch etwas verwerflich finde, denn was gibt ihnen das Recht dazu über Moral der Anderen zu urteilen? Ist ihre Moral anderen überlegen, und falls ja, warum sollte sie eine solche Sonderstellung haben?
    (Haben sie schon das Fragebogen von Max Frisch gelesen? grin

    http://www.amazon.de/gp/product/3518220950?ie=UTF8&tag=drmedhageboes-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3518220950

    Und ja, es war zwar schon etwas späte Stunde, aber die Diskussion darüber, dass egal wie grausam oder unbegreiflich eine Handlung ist, aus der Sicht deren die sie vollbringen wird sie immer als absolut logisch und (moralisch) berechtigt empfunden, so auch die des Herrn Breivik – die hat definitiv stattgefunden grin

    Dass alles ein Ablaufdatum hat bezog sich nicht nur auf die materiellen Dinge wie Staubsauger, Joghurte oder Sie und mich, sondern auch auf die ideellen – wie zum Beispiel eine zwischenmenschliche Beziehung. Auch die haben so etwas wie Garantiefristen und den Moment, wo man sie wehmütig oder erleichtert entsorgt. Aus manchen werden Sammelobjekte oder liebevoll gepflegte Liebhaberobjekte, aber sie wissen ja selber, wie selten dies vorkommt.

    Es geht also nicht darum, dass ein böser Mann sich ein junges Fleisch sucht, sondern um etwas was natürlicherweise in allem was uns umgibt inbegriffen ist. Jeder Prozess hat ein Anfang, diverse Phasen mit der jeweiligen Dynamik und irgendwann auch ein Ende. Womit jetzt wohl auch klar ist, warum alle Prozesse etwas überbrücken.

  • marie

    ““insofern man eine hat, ist die eigene massgebend”… das meinte ich eben damit, dass jeder entweder eine eigene moral hat oder eben u.u. auch keine. ” …in der folge GIBT es keine allgemeingültige moral, höchstens FÜR sich selbst. frei nach dem motto: was du nicht willst, was man dir tut, das füg auch keinem andern zu. und selbst das kann jeder so halten wie er will, dh dies auch ablehnen. nur sollte einem die möglichen konsequenzen bewusst sein. ich stelle meine moral über niemandes moral – tomas, ich habe einfach eine andere haltung. aber ich kann selbstverständlich auch meinen mund halten und mit charme und lieblichem augenaufschlag ihnen immer zustimmen. und ja, es geht ohne moral, aber niemals ohne ethik, aber selbst die ethik kann geleugnet werden. was heutzutage sehr gerne auch getan wird. und ich nehme mir einfach die dreistheit heraus, dies zu kritisieren. und bevor sie mich wieder missverstehen wollen: unser sein wird von der summe unserer erfahrungen und deren folgen bestimmt. was mich u.u. eben auch zu gammelfleisch macht. 
    meine grössten stärken sind meine grössten schwächen: ich bin zwischenmenschlich meinem näheren umfeld gegenüber zutiefst loyal und äusserst grosszügig (ausser bei politikern und deren “schergen”). wenn ich mich für jemanden entscheide, dann ist das absolut, also auch für die “kehrseite” dieser medaillen. gut gibt es frisch – es erleichtert das leben ungemein. in meinem umfeld sind es hauptsächlich männer, die frisch mögen und sehr schätzen… komisch, aber verdammt interessant; bringt mich immer wieder zum schmunzeln.
    (und mit frisch im vorherigen post, meinte ich nicht zwingend jung, sondern einfach etwas neues. und über breivik haben sie mit einer anderen zu später stunde diskutiert wink …ich bin grosszügig, ergo kein problem, ich kann das gut so stehen lassen, finde das sogar sympathisch. denn ich weiss: sie diskutieren nicht gerne über dinge, wo man sich einig ist. und da behaupte ich, dass wir uns einig sind.)
    zurück zum thema. mein einziger gutgemeinter rat beim betrügen: don’t shit (bei diesem thema eher shoot) where you eat!

  • The Damned

    Wenn ich nicht wüsste, dass man zusammen immer stärker ist und auch mehr erreichen kann, würde ich vorschlagen, Schluss zu machen mit diesem ganzen Monogamiestuss. Und wenn ich da über die Grenzen unserer (westlichen) Kultur schaue, na ja, lebenslange Treue ist ein frommer Wunsch…

Lesen Sie auch: