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Ist mein Style okay?

Auch Sie möchten endlich mal wissen, wie man Modeopfer von wahren Fashion-Kennern unterscheidet? Und wie stylish Sie selbst sind? Dann lesen Sie weiter.

Von Bettina Weber

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Bei Modemagazinen, die den Begriff Stilikone verwenden, ist Vorsicht angebracht. Als Stilikonen werden heute nämlich allerhand Starlets bezeichnet, die keine Ahnung von Mode haben, aber einen teuer bezahlten Stylisten. Das hat mit Stil herzlich wenig zu tun, denn das Ganze verhält sich so: Die Stylistin kleidet das Starlet selbst dann nach einem genauen Plan ein, wenn das Starlet scheinbar nur gerade im Starbucks war. Aber die Stylistin weiss: Die Paparazzi lauern. Und die Magazine dieser Welt drucken die Fotos und kreieren dazu die mittlerweile notorische Anleitungs-Seite, wie man sich stylen kann wie das Starlet. So verdient die Stylistin ihr Geld: Die Marken, die sie dem Starlet überzieht, finden weltweit unzählige Mal Erwähnung – Gratis-Werbung heisst das konkret.

Wer sucht, der findet Stil im Internet

Darum also: Wer wirklich was von Mode versteht, überblättert solche Seiten. Da ist zu viel Absicht dahinter, zu viel try too hard. Wer wirklich was von Mode versteht, geht auf Blogs gucken.  Und zwar auf jene, die Street-Style-Bilder zeigen. Zum Beispiel auf The Sartorialist. Da sieht man authentische Menschen, die wirklich Stil haben, einen eigenen nämlich. Das ist eine wahre Fülle an Inspiration und Eigenwilligkeit, eine einzige Freude sind diese Blogs zum Gucken.

Auch ein verlässlicher Gradmesser: Die Bilder, die vor und nach den Modeschauen in New York, London, Mailand und Paris vom Publikum gemacht werden. Da kann man eine Menge lernen. Man stellt zum Beispiel fest: Die wirklich wichtigen Modeleute rennen keinen Trends hinterher, die verkleiden sich nicht, bloss weil irgendein Designer gerade die sizilianische Witwe als Trend ausgerufen hat. Das sind keine Modeopfer. Sondern die tragen alle ihre persönliche Uniform, sehen eigentlich immer gleich aus,  verleihen dem Ganzen aber mit winzigen Details Modernität.

Und immer wieder Klassiker: Trenchcoat, Parka, Lederjacke…

Die Redakteurinnen der französischen «Vogue» zum Beispiel sind ungeschlagen in ihrer Schlichtheit. Die haben alle braune Haare mit Mittelscheitel (nie hätte eine Mitarbeiterin der französischen «Vogue» blondierte Haare, nie), tragen kaum Make-up und meist eine Jeans, ein T-Shirt und ein Paar Killer-Heels. Und immer Klassiker wie Trenchcoats, Parkas und Lederjacken. Es ist indes kein Zufall, wenn der Trenchcoat länger als knielang ist und auch keiner, wenn es sich beim T-Shirt um ein übergrosses Männer-Shirt handelt. Und erst recht nicht, wenn die Jeans einen etwas höheren Bund hat und das T-Shirt in eben diesem drin steckt. Das sind die winzigen Codes, die der wahre Modekenner sofort registriert.

Das Modeopfer versteht die nicht. Weil es sie gar nicht sieht.

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