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Die Bindungsangst beim Mann

Der Quotenmann weiss jetzt, wieso Männer seiner Generation so sind, wie sie sind. Die Emanzipation ist schuld. Und die Gesellschaft. Und natürlich die Frauen.

Von Réda Philippe El Arbi

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Wer, wie ich, in den Siebzigern und Achtzigern Kind war, mag sich noch erinnern, dass Scheidungen viel seltener vorkamen als heute. Meine Mutter war damals in der Kleinstadt und im Quartier noch «eine Geschiedene» mit all der moralischen Verurteilung der Leute, die unglücklich in ihrer Ehe festsassen und sich trotzdem nicht scheiden liessen. Das Beziehungsbild, auf das wir geprägt wurden, war noch stärker von der Ehe als lebenslange Verpflichtung geprägt als heute. Selbst die linken, weltoffenen Kreise, in denen die 68er einige Zwänge gelöst hatten, waren nach einer wilden Jugend im Hafen der monogamen, geplant lebenslangen Ehe gelandet.

Für uns Jungs wurde es damals schwierig. Auf der einen Seite die Auswirkungen der Emanzipation nach Schwarzer, in denen der Mann grundsätzlich ein penisgesteuertes, schlechtes Wesen war, auf der anderen Seite die Anforderung, eine monogame Bindung einzugehen und nach einem klassischen monogamen Beziehungsbild zu leben. Das ist in etwa so, wie wenn man uns gesagt hätte «Du hast keine Beine, aber nun musst du den Rest deines Lebens Marathon laufen».

Unsere Desorientierung war gross. Wir trugen grundsätzlich die Erbschuld des Patriarchats, von Generationen von Männern, die ihre Frauen unterdrückt, als Eigentum betrachtet, betrogen und an ihrer Entfaltung gehindert hatten – und das schon bevor wir das erste Mal ein Mädchen geküsst hatten.

In den frühen Achtzigern kam zum ersten Mal der Begriff «Softie» auf. Damals noch kein Schimpfwort, sondern eine Bezeichnung für Männer, die den Bezug zu den eigenen Gefühlen fanden und vor allem dem Machismo abschworen. Ich war einer davon, ein Frauenversteher. Ein junger Mann, der auf keinen Fall ein Böser werden wollte, wie all die Männer vor ihm. Eine Art neue Romantik war für uns das Ergebnis der Emanzipation: Wir waren bereit, unsere Angebeteten auf Händen zu tragen, zu unterstützen und ihnen jeglichen Freiraum zu lassen. Als Gegenleistung forderten wir nicht mal Sex. Weil wir ja ganz bestimmt nicht die schwanzgesteuerten Männer waren, die immer nur das Eine wollten.

Es dauerte eine Weile, bis mir aufging, dass diese Verleugnung meiner eigenen Bedürfnisse absolut nicht meiner Persönlichkeit entsprach. Es half bei der Selbsterkenntnis, und vor allem beim Verstehen der Frauen, dass die Damen sich zwar bei mir ausheulten, aber trotzdem mit den Macho-Arschlöchern ins Bett gingen. Natürlich, um sich danach wieder bei mir auszuheulen. Heute gibts ein Wort dafür: «Friendzone».

Damals gabs als Reaktion die ersten Workshops dafür, in denen der Mann wieder zu sich selbst finden sollte. Jede Menge alte Rituale, Schreien im Wald, Pfeilbogen basteln, nackt in Schwitzhütten herumsitzen, Grunzen und sich auf die Brust klopfen und solches Zeugs eben. Mir half das wenig. Irgendwann hatte ich einfach genug davon, der nette, offene, immer verständnisvolle Mann zu sein und wechselte die Seiten zum Machoarschloch. In dieser Zeit hatte ich wohl am häufigsten Sex mit immer wechselnden Sexualpartnerinnen und viele davon solche, die mich vorher in die «Friendzone» abgeschoben hatten.

Ich meldete mich nur, wenn ich Lust hatte (wortwörtlich), legte mich nicht fest, machte allen klar, dass «Beziehungen» für mich nicht in Frage kamen und ging eigentlich in erster Linie meinen eigenen Bedürfnissen nach. Und ich kann euch sagen: Das tat eine Weile unheimlich gut, nach all diesen Softie-Jahren. Nun, nach einer gewissen Zeit wurde das aber auch ein wenig fad.

Ich wollte also nicht mehr dauernd herumvögeln, war aber auch nicht bereit, mich auf eine Beziehung einzulassen, die ewig halten sollte. Stellt euch mal vor: Noch immer (bis heute) wirken in vielen Frauenköpfen die Vorstellungen aus den 50ern: Heiraten, Kinder kriegen und dann zusammenbleiben bis zum Tod. Niemals mehr mit jemand anderem ins Bett, ohne grosse Schuld auf sich zu laden. Ehrlich, das mag für Hollywoodfilme funktionieren, als verbindlicher Lebensplan wird das den meisten Männern eher wie eine Würgeschlinge vorkommen. Vielleicht nicht, wenn sie frisch verliebt und frisch verheiratet sind, aber sicher nach ein paar Jahren.

Da kamen die Patchwork-Familys des neuen Jahrtausends gerade recht. Die Individualisierung der Beziehungen, das Konzept der Lebensabschnittspartnern und die Vorstellung, dass es ein gemeinsames Leben nach der Trennung gibt, waren plötzlich gesellschaftlich anerkannt. Das nahm vor allem für den Mann den Druck aus dem Wort «Beziehung», auch wenn das bei Heiraten sicher nicht bewusst berücksichtigt wurde, stand der Lebensplan nicht mehr in Stein gemeisselt wie ein grosser Imperativ vor der Zukunft. Nun wars für Männer auch wieder einfacher, sich auf eine Ehe einzulassen.

Doch viele Männer meiner Generation hängen noch in einer der oben beschriebenen Phasen fest: frustrierter Softie, trotziger Macho, unverbindlicher Schwerenöter. Wer aus dieser persönlichen Perspektive heraus ein Beziehung eingeht, die länger als ein paar Monate glücklich halten soll, hat von Anfang an verloren.

Und wie bin ich dazu gekommen zu heiraten? Ganz einfach. Ich hatte genug Zeit herauszufinden, wer ich bin, was ich will, was ich nicht will und wo ich keine Kompromisse eingehe. Und ich hatte das Glück, eine Partnerin zu finden, die nicht nur sagte, sie nähme mich so, wie ich bin, sondern mich wirklich genauso akzeptiert. Und diese Freiheit machts mir einfach, auch mal da Kompromisse einzugehen, wo ich eigentlich keine machen wollte. Der kleine Trick: Man braucht nicht den Partner anzupassen, sondern die eigene Einstellung zum Partner und die Beziehungsform. Das ist wesentlich einfacher.

Leider, liebe jüngeren Menschen, kenne ich niemanden, der das vor seinem vierzigsten Lebensjahr hat erreichen können. Also, versucht gar nicht erst, euch vor dem 40. Geburtstag auf ewig zu binden. Ausserdem ist es einfacher, sich das «bis dass der Tod euch scheidet» vorzustellen, wenn man bereits in den Vierzigern ist, das dauert nicht mehr so lange. Wenn man fünfundzwanzig ist, denkt man noch, das Leben sei eine Ewigkeit. Und die will man nur im Hormonrausch des Verliebtseins mit nur einem Partner verbringen.

Réda Philippe El Arbi ist Co-Chefredaktor bei clack.ch, Autor, Geschichtenerzähler, Stadt-Blogger bei Züritipp/newsnet.ch, Haustiersitter und Mann aus den üblichen Gründen. Er versucht, hier seine männliche Sicht der alltäglichen und der wichtigen Dinge zu vermitteln.

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Quotenmann


Kommentare

  • Irene

    Und wo bitte ist ihr Problem??? Soviele Worte und so wenig KLARE AUSSAGEN….

  • mira

    Ja, ich habe auch so ein paar Exemplare in meinem Umfeld, die sich im einen oder anderen beschrieben Stadium befinden… smile

    Aber…. ich kenne auch Männer, die sich schon um die 30ig herum dauerhaft gebunden haben (Frau und Kinder). Dabei handelt es sich meist um ruhige (=“in sich ruhende”) Typen. Dann kenne ich auch einige, die sich um die 30 gerne gebunden hätten, aber erst später “fündig” geworden sind.  Die gehören meiner Erfahrung nach eher zu der hibbeligen Sorte Mann.
    Ich glaube nicht, dass man das so pauschal abhandeln kann. Dazu ist die Variationsbreite des männlichen Verhaltens doch zu gross… Interessant sind die Erklärungsansätze aber allemal smile

  • Reda El Arbi

    Wart mal noch 10 Jahre.

  • Walter

    Wahrscheinlich wird die klassische Beziehung total überschätzt. Also mal abgesehen vom wirtschaftlichen Aspekt, da funktioniert sie wohl tadellos. Bin Ende 30, Single, hab aber eine interessante Freundin, um in die Ferien zu gehen, ein paar andere Freundinnen die sich liebend gerne auf SMS für Sex hingeben, eine Freundin zum Tanzen gehen, andere denen ich erwachsenen Rat geben darf etc. Nebenbei werd ich von Studentinnnen angehimmelt, habe ein eigenes Geschäft, Freunde, Kollegen, was will das Leben mehr. Die eine Frau, die alles vereint und mir auf Augenhöhe ist, hab ich noch nicht getroffen, aber eigentlich brauchts die auch nicht. In der Tat wäre eine Beziehung in der heutigen Gesellschaft in vielerlei Hinsicht nachteilig für mich (und wohl auch für viele Männer in gleicher Situation). Aber gemäss Réda besteht ja noch Hoffnung für mich, wenn ich mal 40 geworden bin. Bin gespannt…

  • marie

    na ja réda, die chose schien sich für sie kurz- und mittelfristig u.a. “belastend” zu entwickeln. aber längerfristig scheint bei ihnen doch so etwas wie eine emazipation statt gefunden zu haben. sie haben sich dadurch selbst gefunden und akzeptieren ihre widersprüche und scheinen in der realität angekommen zu sein.
    es ist wie mit allem: eine theorie zu beherrschen ist das eine, es ist aber die praxis, die zur einsicht führt (manchmal auch nicht). aber ja, aus erfahrung kann ich durchaus bestätigen, dass die praxis nicht immer einfach ist; kann sogar die hölle sein. …und bindungsängste hatten und haben nicht nur männer, das betrifft frauen genauso. ich wage sogar ganz kühn zu behaupten, dass das früher für frauen ebenso galt, und fortpflanzungstechnisch sie gezwungen waren zu heiraten und nicht zu scheiden. ich bin froh, im jetzt zu leben. das andere habe ich bei meiner mutter erlebt und es war alles andere als “optimal”.

  • Reda El Arbi

    Nun ja, es hat ab dem Augenblick zu funktionieren begonnen, in dem ich mich nicht mehr darum scherte, was Frauen (oder andere Menschen) von mir erwarteten, sondern mich darauf konzentrierte, wer ich bin und was ich will. Die anderen könnens so nehmen oder bleiben lassen. So bin ich auch von Menschen umgeben, die mich wollen, und nicht eine mögliche Version von mir.

  • @ZuerstMensch

    und wieder sind die jungen Mänenr schuld. “Beziehungsangst” heist es. Sollte es nicht lieber “Existenzsicherung” heissen?  Wer als junger Mann heutzutage eine feste Beziehung eingeht und diese dann abbrichtt, läuft Gefahr der rechtlich abgesicherten Rache ausgeliefert zu sein. Falschbeschluldigung, Gewalt- oder Vergewaltigungsvorwürfe sind keine absolute Seltenheit.  Es ist für junge Männer bereits hochgefährlich geworten: http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/ex-freundin-gibt-zu-vergewaltigung-nur-erfunden-zu-haben-id9250989.html#plx1317459971
    <Im Urteil findet sich auch der überzeugte Halbsatz, „dass die Zeugin sich das nicht ausgedacht haben kann“>  Das hat nicht mit der “Bindungsangst” junger Männer zu tun?  Seid mal junge Männer von heute die bereits in der Schule erleben mussten, was es heist, das Geschlecht zu sein, dass “weniger begabt” sein soll, dass von Lehrers als Schuldige in jeder Lage herangezogen wird, weil “Männlich=Täter” in den Köpfen fest verankert wurde.
    Diese jungen Männer denen per STERN-Blog von einer Frau die drei(!) unerergiebige Dates hatte, per Geschlecht attestiert wird “Wenn sie eine Verbindung auflösen, zeigen sie wenig Anstand, und suchen den Fehler bei der Frau” http://www.zeit.de/lebensart/partnerschaft/2014-04/generation-maenner-bindungsscheu
    Und an solche Frauen, die immer mehr werden, die ideologisch indoktriniert sind, und jeden Fehler beim Mann suchen, Mänenr als das Problem sehen, sollen sich junge Mänenr binden? Das ich nicht lache.

  • marie

    réda! genau DAS ist emanzipation und ziel davon (weiss aber nicht, ob alice das auch so sah/sieht. m.m.n. eher nicht.). …und/aber es bleibt ein prozess wink
    frauen können ihnen aber auch vorträge halten über “eine mögliche version” von “mir”, was massgebend für bindungsängste ist. ich glaube bei diesem thema hat es weitaus mehr gemeinsamkeiten als unterschiede. die unterschiede habe ich z.bsp als marginal erlebt; bin aber auch kein romantischer mensch und habe auch keine tendenz dazu.
    dazu kommt noch, dass wir uns diesen “luxus” wohl eher leisten können, uns über solche dinge gedanken zu machen. ich habe es so verstanden, dass sie keine kinder haben; ich auch nicht. denn sobald kinder da sind, hat man wenig zeit, sich intensiv damit auseinander zu setzen. v.a. wenn sie klein sind. folge kann sein: plötzlich explodiert etwas und kann sich sehr negativ entwickeln.

  • Tomas

    Und dann lebten sie glücklich bis sie gestorben sind.

  • The Damned

    Könnten meine Worte sein, ehrlich! Ich denke nicht, dass (junge) Männer Bindungsangst verspüren. Vielmehr nutzen sie die Vorteile, die ihnen die Frauenemanzipation gebracht hat: Heute kann sie niemand mehr dazu verpflichten, eine Familie zu gründen. Das ist im Zeitalter von Dating-Platformen ein nicht zu unterschätzender Vorteil: Warum auch in den Hafen der Ehe steuern, wenn man eine Hafenrundfahrt haben kann? Zudem sind die jüngeren Frauen heute dermassen offen und direkt, dass man schon sehr, sehr viel Disziplin braucht, um nicht schwach zu werden..!

  • The Damned

    Sie sollten wieder mal ficken, @ZuerstMensch, sorry. Ich bin zwar selber ein Männerbewegter, aber ganz sicher keiner der hysterisch-ekstremen! Glauben Sie mir: Ein Akt im Guten- und die Welt ist wieder im Lot!

  • Reto B.

    Hmmm… ging mir ähnlich, ich hab nur die Macho-Zeit ausgelassen. Ich kam vom besten Kumpel ziemlich schnell in die Bester-Kumpel-mit-Benefits Phase. Relativ fliessend übergehend in die auch mal mit interessanten Ladies eine Beziehung eingehen Phase. Mit 33 habe ich meine jetzige 6 Jahre jüngere Frau geheiratet. Nachdem ich eingesehen hatte, was in etwa oben steht – dass ich mich bloss ohne Einschränkungen auf jemanden mit all seinen Stärken und Schwächen einlassen soll, der mir eben selbiges auch eingesteht. Dass mich die Dame auch liebt, wenn ich nicht perfekt bin und einige Dinge übel vergeige, weil ich dann wenn es zählt voll zu ihr stehe, auch wenn sie dann in meinen Augen nicht unbedingt richtig liegt. Dass wir uns nicht in jedem Scheiss einig sein müssen, bloss darin, dass wir den Weg zusammen gehen wollen. Denn wenns wirklich wichtig ist, steht sie zu mir.

  • Natali

    Ich finde den abschliessenden Ratschlag von Herrn El Arbi sehr bedenklich. Männer können sich (theoretisch) schon Zeit bis 40 lassen, bei der definitiven Bindung. Sie haben ja keine biologische Uhr, die tickt….

  • marie

    (um ein wenig kontroverse hineinzubringen:)
    …dafür stehen die dann ab 40 auf ca. 20-30 jährige wink

  • Irene

    Das liest sich wieder mal Gourmet, Netto, werter Herr El arbi!!! Many thanks!!!

  • tomhugentobler

    Was für ein Quark Reda ! Lass es lieber sein als dem Rest der Welt deine
    Beziehungser- und misserfolge mitzuteilen, geschweige Jüngeren Ratschläge
    zu erteilen, wann Sie Ihre Beziehungen eingehen sollten.
    Unsere Gesellschaft (in der Schweiz)  ganz allgemein hat sich in den letzten 20 Jahren um 180 Grad verändert und folglich auch die Rollen von Mann und Frau.
    War vor kurzem ein paar Wochen in Südamerika wo die Geschlechterrollen noch
    diesselben sind, wie unsere vor 20 Jahren waren. (hauptsächlich religionsbedingt)
    Ob das gut oder schlecht ist, kann jeder für sich selbst beantworten.
    Schlussendlich muss auch jeder selbst einen Weg im Beziehungsleben finden.
    Veränderungen hin oder her.
    cheerio

  • Assil

    guter Artikel treffend formuliert. Da dürften sich einige wiedererkennen.

  • Assil

    Vielleicht für die Frauen bedenklich. Für die Männer machts keinen Unterschied…

  • mira

    @Tomas
    Weder Männer noch Frauen bleiben gleich. Wäre ja auch fatal langweilig…

    Will ein Mann langfristig für eine Frau attraktiv bleiben, so gehört viel Arbeit an sich selbst dazu… Gleiches gilt auch für die Frau. Lohnend ist diese Arbeit v.a. wenn Kinder da sind. Ohne Kinder sind Partnerwechsel hauptsächlich mit vorübergehenden Stimmungsschwankungen verbunden, welche langfristig nicht relevant sind smile

  • Tomas

    Vorübergehende Stimmungsschwankungen?
    Nun ja, vorübergehend, bis zur nächsten Häutung in zehn Jahren, die wieder was ganz anderes vorübergehend bringt. Aber hey, soll doch jeder für sich entdecken. So gegen die Langeweile.

  • mira

    Ja klar. Wenn sich ein Paar trennt, so ist das meist mit einer Phase von Trauer und Wut verbunden. Diese Phase geht jedoch vorüber und man ist wieder frei. Mit Kindern sieht eine Trennung ganz anders aus. Über die Kinder ist man ein Leben lang mit dem Ex-Partner verbunden, meist bringt eine Scheidung auch finanzielle Einbussen mit sich. Langfristig gesehen sind da die Stimmungsschwankungen das kleinste Übel…

  • Bibi

    Das Rezept ist einfach: Erst die Männer in einige schablonenhafte Schubladen stecken, dann diese Klischees runterputzen: frustrierter Softie, trotziger Macho, unverbindlicher Schwerenöter. Diese Strategie erinnert mich an die Feminismus-Debatte, wo der Mann im Allgemeinen als 1) schwanzgesteuert und 2) Täter dargestellt werden. Und dann wird auf dieses stupide Manns-Bild eingedroschen. Dabei sind Männer in Realität vielschichtiger, differenzierter, reicher an Nuancen. Unterschiedlicher. Aber um das ins eigene Weltbild einzubauen, brauchts halt etwas mehr Denkleistung. Die Frage ist, Réda: Kannst du das intellektuell nicht, oder willst du nicht, weil dann der Blog weniger süffig ist?

  • mira

    Auf was zielst Du ab? Auf die Männer, die sich schon mit 30 oder vorher gebunden haben? Oder die es erst mit 40 gemacht haben?

  • Tomas

    Nein, er meint wenn sie dann 40 sind.
    Und ab dann ist bis in alle Ewigkeit das Leben nur Eitel Freude Eierkuchen, weil man quasi am Ende der Entwicklung angekommen ist, erwähnenswerte weitere Persönlichkeitsveränderungen passieren weder beim Männlein, noch bei Weiblein und so leben sie glücklich zusammen.
    Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wie jeder Mensch in seinem eigenen Horizont gefangen ist.

  • marie

    tomaso bello! philosphisch gesehen bleibt diese sehnsucht, weil wahrscheinlich niemand alleine sterben will.
    aber sie als zyniker stehen darüber oder haben sich schon das pflegeheim mit toll aussehenden pflegerinnen ausgesucht. wink

  • mira

    @Tomas
    Etwa die Hälfte meiner “Untersuchungsgruppe” ist schon deutlich über 40 (teils schon pensioniert). Also bitte erst die Fakten abfragen, bevor wild heruminterpretiert wird. Bei der anderen Gruppe bleib ich dran. Dass bei vielen irgendwann die Midlife Crisis kommt, ist aber nichts Neues und das kann jedem passieren. Die interessante Frage ist doch eher, wie die Person/das Ehepaar mit der Krise umgeht. Und da gibt es ganz unterschiedliche Wege…

  • Tomas

    Mira: ich rede gar nicht von Krisen, sondern davon dass man nie damit rechnen sollte dass etwas auf ewig gleich bleibt. Im Idealfall entwickelt man sich so, dass man sich mit der Partnerin nicht voneinander etfernt. Aber im realen Leben häuten sich Frauen ca. jede zehn Jahre, Männer meistens weniger häufig aber ob sie jeweils danach immer noch zusammen bleiben wollen ist eher Lotterie.
    Es reicht schon mal ein Kind in die Welt zu setzen, an dem was dann folgt zerbrechen die meisten Beziehungen. Der Text von Reda ist so ein wenig wie ein Beitrag in Bravo, man kann ihm nicht einen gewissen jöööh Effekt absprechen aber mit der Realität hat er nicht viel gemein. Die vorletzte Beziehung hat mein Vater als 67 jährig beendet, weil ihm die Frau nach 14 Jahren auf den Sack ging. Als 72 Jährig heiratete er wieder, wie er sagte zum dritten und hoffentlich letztem mal.

    m: ich habe mehrere Szenarios entwickelt, aber zugegebenermassen, das ist eines davon smile

  • mindenstern

    ich finde Ihren Artikel sehr gut und auch erläuternd… Die Männer sollten mehr über solche Erkenntnisse, Erfahrungen schreiben, denke ich, weil es dann viel mehr klarer sein wird, wo das Problem liegen könnte. Nur bei mir persönlich war es: ich bin am Ende der 70er geboren in Ungarn auf der Puszta. Meine Mutter war die erste in der Gemeinde, die sich trennen lässt. Ab diesem Moment wurden wir als unehrliche Kinder auf dem Ort aufgegriffen. Als kleines Mädchen (12- 13) war nicht unbedingt ein gutes Erlebnis. Sogar der eigene Bruder von meiner Mutter hatte sie als Hure benannt. Also hautnah ohne Emanzipationshintergünden hatte sie sich scheiden lassen. Meine Mutter hat nie mit den emanzipierten Frauen die Meinung geteilt, sondern einfach musste sich von einem Mann trennen lassen, der neben ihr noch haufenweise anderen Frauen ins Bett gebracht hatte. Als eine von ihm schwanger geworden ist, dann hatte sie gesagt, dass es wirklich unter der Würde sei. Und überraschenderweise mein Vater wollte sich trotzdem nicht von meiner Mutter trennen lassen, weil es damals sehr normal war, dass die Frauen diese Demütigung auf allen Ebenen erdulden müssen. Also ich denke nicht, dass da unbedingt die Emanzipation den Schuld trägt. Sondern auch muss ich leider durch meine eigenen Erfahrungen argumentieren, dass die Männer (ich war 10 Jahre lang verheiratet. Mein Exmann war weder macho noch aggressiv, aber sein Umfeld und seine Alkoholikermutter dazu nicht so viel beigetragen, dass unsere Ehe nicht mit der Scheidung endet. Und er selbst auch nicht. Er war fast das Ebenbild von seiner Mutter.) Also dann könnte man es sehr gut vorstellen, dass es eher darum geht, wie man den anderen schätzt. Ich war zwischen 21 – 31… Kann man sagen, dass es zu früh war, wäre es auch nicht nötig gewesen, mich scheiden lassen, würde man denken, aber wenn man mit der Zeit nach 7 Jahren immer noch das Gefühl hat, dass man weder geliebt ist noch respektiert, dann lässt sich scheiden. Und mein Exmann hatte dagegen nicht so viel gemacht, dass wir unsere Ehe, wo möglich retten sollten, sondern hatte er so schnell wie möglich mit der Trennung durchgezogen, dass er keine grösseren materiellen Schaden erleidet. Wegen dieser Scheidung bin ich an den Rand der Gesellschaft geraten, weil ich keinen Job gefunden hatte und bin fast obdachlos geworden. Ich habe immer noch Schwierigkeiten, aber langsam denke ich, dass diese Gesellschaft immer noch auf die chauvinistische Bibelperspektive basiert. Und ich bekomme weder Arbeit noch Möglichkeit, dass ich Geld verdiene, obwohl mein ungarisches Abitur den gleichen Wert hat, wie ein Schweizer – Bachelor nach den Ranglisten von den besten Unis in Europa 2014. Da steht die Uni Zürich auf dem Platz 62 die ungarische Uni Platz 20. Seitdem kann ich mich nicht finanziell finden, weil eben ich auch keine Arbeit finde. Und dann lebt man danach von Schwarzarbeit, die entweder bezahlt wird oder nicht.
    Nach der Scheidung habe ich versucht eine Beziehung mit jemandem aufzubauen, aber leider habe ich solche Männer getroffen, die nur Sex haben wollten und sie haben mich auch finanzielle etc.. ausgenutzt hatten. Die letzte Beziehung war deshalb undenkbar, weil M. (Verkürzung seines Names und ist 36) mich deshalb nach 9 Monaten zusammengeschlagen, weil ich nicht genug snob und reich bin. Da habe ich Gehirnerschütterung bekommen, konnte ich 2 Woche lang nicht schlucken, er versuchte mich zu erwürgen, und blaue Augen. Ausserdem er hatte es sehr gerne betrieben, dass er mich verhungern lässt. Wahrscheinlich kommt diese Idee von seinen faschistischen Hintergrundfamilie, die in Bayer lebt. Das Vergasen hatte er keine Gelegenheit gehabt, an mir auszuüben. Ausserdem hatte er neben mir auf der website http://www.bedooo.ch sehr intesnisv mit anderen Frauen pro Monat 12- 15 Stück zwischen 21-28 intensiv Sex getrieben hatte. Summa summarum, der hatte z,B.: solche Methoden für eine Beziehungsführung gehabt, dass er gedacht hatte, dass er mich verarschen kann. Ständige Rivalisation und Machtspiele waren von seiner Seite, die sehr überflüssig waren. Er wollte sogar noch heiraten, aber so, dass seine Ex noch mit ihm in einem Haus zusammenlebt, wovon ich auch nicht gewusst hatte, dass diese Frau seine Ex war und nebenbei noch miteinander getrieben hatten. Auf jeden Fall wurde daraus eine Polizeigeschichte, was immer noch auf dem Lauf sei.
    Nach diesem Alptraum habe ich nachgedacht, weil vor ihm waren die anderen Männer auch nicht besser, einer war Alkoholiker, hatte mich ständig abgezockt, obwohl er selbst 2 Brillengeschäfte in der Zwinglistrasse und jetzt in der Europaalle hat, ist ständig nach anderen Frauen gelaufen, auch vor meinen Augen, und in meinem Bett genesselt, weil er so stark betrunken war. Aber ich habe 1 Jahre lang geglaubt, dass er sich verändert. Und damals war er über 40. Er war 44. Und er hat immer noch die 2 Geschäftsstelle. Und er verhungert sicher nicht.

  • mindenstern

    Ich denke, die Männer von der heutigen Zeit, sollten mal das Manier und das Denken erlernen. M ist z.B.: ein Bachelor – Architekt, sagen wir mal denkt man, dass er ein intelligenter Mensch sei, aber ist er nicht. Da versuchte ich noch ein Paar mal wirklich Beziehungen aufzubauen, aber ohne Ausnahmen, alle wollten nur ins Bett, für nichts wollen sie Verantwortung übernehmen und sogar gehen sie fast an die Grenze der Vergewaltigung, wenn man nein sagt. Und fangen sie an den Psycho zu spielen. Ich weiss nicht, ob die Emanzipation daran Schuld sei, wobei ich würde mal es bemerken, dass die Emanzipation wurde nie durchgezogen und was man heute für Emanzipation hält, ist nicht anders, als dass die Frauen dabei ihr Frauenwesen völlig verloren hatte, weil sie sich zu diesem System, was stark chauvinistisch sei, sich angepasst und genauso verhalten sich wie die Männer und denken sie auch genauso. Und das Frausein ist es nicht. Das sagen viele Frauen, die sich nicht zu den Emanzipierten gehören.

  • mindenstern

    noch eine letzte Bemerkung… Wo die Emanzipation wirklich den Fehler gemacht hatte?: die Männer denken oder glauben, dass die Frauen genauso denken und funktionieren wie die Männer. Aber es ist völlig falsch. Sehr falsch.

  • pat

    frau am jammern? fact ist doch, dass solche frustrierte frauen wie du schlicht keine typen mehr abkriegen, weil sie sowas von beziehungsunfähig geworden sind. und dann was von psycho und vergewaltigung brabbeln.
    die männer von heute leben eben so, wies für sie stimmt, hören auf sich selbst. und nicht wies der feminismus will. moderne frauen können mit der emanzipation des mannes umgehen, die anderen wie du kriegen probleme.

  • Irene feldmann

    Liebe mindenstern. Zuerst wenn sie mir das erlauben, würde ich ihnen empfehlen, deutschsprachige Bücher zu lesen, das verbessert ihre sprachmöglichkeiten welche wiederum bei der Arbeitssuche behilflich sind. Arbeiten sie nicht schwarz weil sie dann 100% ausgenützt werden. Ich bin überzeugt das wenn sie eine aufenthaltsbewilligung für die Schweiz haben das, das Arbeitsamt eine Lösung wäre, für Information sei es in Form von möglichen, passenden angeboten oder auch nur informativ über welche Ansprüche gestellt werden um sich erfolgreich zu bewerben. Ihre Erzählungen von den männerbekanntschaften erwecken mir das Gefühl das sie sehr vertrauenswürdig sind, d.h. Nehmen sie sich zeit, weil dann verstehen sie tiefer um welchen Typ Mann es sich handelt. Ich wünsche ihnen erfolg in allen Bereichen mindenstern, sincerly Irene

  • Markus

    Frauen die sich Männer mit Geld angeln (“Besitzer verschiedener Geschäfte” etc), sollten damit umgehen können, dass sie entsprechend behandelt werden.
    Ansonsten klingt das ziemlich wirr, ich empfehle einen Psychiater.

  • H. B.

    hoffentlich wirst du nie krank, erleidest sonst irgendeinen Schicksal-schlag oder bist mal nicht so gut drauf… ansonsten klingt das ganz gut….

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