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Der Sex im Kopf

Forscher kartografieren die sexuellen Erregungszentren im Gehirn der Frau. Für eine ganz besondere Überraschung sorgen dabei die Brustwarzen.

Von Marie Dové

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Es ist ein Höhepuntk der Wissenschaft: Zum ersten Mal sind die Regionen des weiblichen Gehirns, die auf die Stimulation von  Klitoris, Vagina und Brustwarzen reagieren, genau lokalisiert und in einer Studie erforscht worden. Zu verdanken haben wir dies dem amerikanischen Forscher Barry Komisaruk, Professor für Psychologie an der Rutgers University, New Jersey.

Nicht überraschend ist, dass Empfindungszentren von Klitoris und Vagina je einer eigenen Gehirnregion entsprechen, also getrennt sind. «Dies bestätigt und erklärt», sagte Komisaruk gegenüber der amerikanischen Website time.com, «weshalb viele Frauen zwischen klitoralen und vaginalen Orgasmus unterscheiden, zwischen zwei unterschiedlichen Empfindungen.»

Zudem liegen diese beiden Empfindungs-Cluster, auch dies zeigen die MRI-Aufnahmen des Forschungsteams um Komisaruk, in ähnlichen Regionen wie die Zentren genitaler Stimulation im männlichen Gehirn (online sind leider keine anderen grafischen Detaildarstellungen der Studienergebnisse verfügbar als die oben abgebildeten).

Endlich! Der Beweis für das hocherogene Potenzial der weiblichen Brustwarzen

Was Komisaruk und seine Mitarbeiter allerdings nicht erwartet hatten: Dass eine Stimulation der Brustwarzen das weibliche Gehirn ebenso erregt wie eine Reizung der primären Geschlechtsorgane – die im MRI zu beobachtenden Aktivitäten sind ebenso intensiv. Das entsprechende Zentrum, das Nippel-Zentrum gewissermassen, liegt im Gehirn gleich neben den Empfindungsregionen, die mit Vagina und Klitoris korrespondieren. «Das war völlig unerwartet», sagte Komisaruk gegenüber dem Nachrichtenmagazin «Time». «Dies würde gehirnphysiologisch erklären, weshalb die Brustwarzen tatsächlich hocherogenen Zonen bei Frauen sind.»

An der Studie nahmen insgesamt 11 Frauen teil, die auf Anweisung der Forscher ihre Geschlechtsorgane und die Brustwarzen stimulierten, während ihre Gehirnaktivität mit einem Magnetresonanztomographie-Gerät aufgezeichnet wurde.

Link zum Artikel auf time.com.

Link zur Original-Studie.


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