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Der Quotenmann als Frau

Der Quotenmann testet diese Woche nun die Seitensprungportale als Frau. Und er begegnet dabei Welpen, Wölfen und Wildschweinen.

Von Réda Philippe El Arbi

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Nachdem ich die letzten zwei Wochen als Mann Erfahrungen auf Seitensprung-Plattformen sammelte, war es an der Zeit, mal die Perspektive zu wechseln. Ich eröffnete einen Account als Frau, suchte mir ein mehr oder weniger sittsames Bild, verfremdete es, legte mir die Persönlichkeit einer 38-jährigen Singlemutter zu und harrte der Dinge.

Wie ich als Mann auf den Plattformen schon herausgefunden habe, funktionierte es virtuell genau gleich wie im realen Leben: Frauen lassen sich ansprechen. Sehr selten machen sie den ersten Schritt. Und wirklich, es funktionierte! Ich hatte kaum das Profil fertiggestellt, schneiten auch schon die ersten Mails herein. Auf den Plattformen, auf denen man vorgefertigte, virtuelle «Küsschen» und «Augenzwinkern» verschicken konnte, ertrank ich beinahe in Aufmerksamkeit. Ich beschloss, diese billigen Versionen der Kontakaufnahme zu ignorieren und mich nur auf die echten Mails zu konzentrieren. Und da ich bei meinem Versuch als Mann die Frauen danach in drei Kategorien eingeteilt habe, erscheint es mir nur fair, dies jetzt auch bei den Männern zu tun: Ich wurde also von Welpen, Wölfen und Wildsäuen angeschrieben.

Natürlich wollen Sie zuerst etwas über die Wildsäue lesen, aber ich ich beginne mit den Welpen. Die Welpen zeichneten sich dadurch aus, auf den ersten Eindruck äusserst unmännlich zu wirken. Ich bekam gefühlte tausend romantische Gedichte, fünfhundert Bilder von irgendwelchen Tropfen, in denen sich Sonnenuntergänge spiegelten, Kerzenflammen, Pferde, Kätzchen, Hundebabies und alle möglichen Formen von Dingen, die gewisse Männer offenbar für Ausdruck ihrer Romantik halten. Auch Komplimente für meine Augen hab ich inzwischen säckeweise im Keller stehen. Mit einigen meiner romantischen Verehrer begann ich dann auch zu mailen. Nur wenige waren wortgewandt, aber das machte nichts. Viele der Welpen mochten vielleicht unsicher sein, aber sie waren authentisch. Gerade weil sie wahrscheinlich keine Anmach-Profis waren, sogar unbeholfen wirkten, rührten sie irgendwie mein Herz. Mit einigen von ihnen hab ich mich blendend unterhalten und sogar gelacht, was ich als Joker anrechnen würde. Natürlich würde ich ihnen empfehlen, eher auf einer normalen Dating-Plattform ihr Glück zu versuchen, da es hier nur um Sexappeal und nicht um Partnereigenschaften geht. Aber was weiss ich schon.

Die nächste Kategorie nenn ich die Wölfe, weil sie schlau und auf frisches Fleisch aus sind. Diese Typen treiben sich offenbar schon länger auf diesen Plattformen herum und haben ganz sicher zu viel «Don Juan»-Verfilmungen gesehen. Sie geben sich weltgewandt, wollen den Ton angeben, sind direkt, versuchen sich in schlechtem Humor und sind (meist) frei von jeglicher Selbstironie, dafür aber voll der Selbstüberschätzung. (Lesen Sie dazu auch: «Weshalb sich viele Männer so toll finden») Da ich schwer mit Bildern von Sixpacks und muskulösen Oberarmen zu beeindrucken bin, mussten sich die Herren ins Zeug legen. Und meine weibliche Seite steht nun mal darauf, dass man mich zum Lachen bringt. Was nur einem einzigen von über 40 Männern dieser Kategorie gelang. Was alle Männer dieser Gattung gemeinsam hatten: Wenn ich nach der vierten Mail nicht in ein Treffen einwilligte, begannen sie ungehalten zu werden. Viele beschimpften und blockten mich. Jänu, wenigstens hat mir keiner das Herz gebrochen.

Nun endlich kommen wir zu den Wildsäuen. Diese Gruppe zeichnet sich durch erfrischende Direktheit und oft durch Humor aus. Ich bekam einige erste Mails, deren Inhalt nur aus «Ficken? Zu mir oder zu dir?» bestand. (Lesen Sie auch: «Wer wie oft an Sex denkt») Da ich solchen Männern durchaus Humor zutraue, denk ich, dass sie bei Frauen, die die Übertreibung erkannten, gut und gerne einen Lacher ernteten. Es gab auch dezentere Vorschläge wo man was machen könnte. Aber immer kam es ohne grossen Schmus und auch ohne übertriebene Selbstinszenierung. Nur eines sollte man den Wildsäuen vielleicht nahelegen: Sie sollten nicht dauernd Bilder von ihren Penissen verschicken. Es gibt in der erotischen Fotografie nur wenige wirklich schöne Aufnahmen von einem Penis. Und selbstgemachte Handybilder von einem unscharfen Würstchen können auch den letzten Rest von Erotik umbringen. Aber vielleicht sehen das Frauen anders.

Nun, als Frau würde ich mir wohl einen Welpen aussuchen und ihne dann zum regelmässigen Liebhaber erziehen. Aber, wie gesagt, was weiss ich schon. (Lesen Sie auch: «Mit Vertrauen zum höchsten Höhepunkt»)

Auf eines hat mich meine Frau hingewiesen: Sie meinte, ich ginge bei meinem Testausflug in die Welt des Casual Dating  sowohl mit den Frauen wie auch mit den Männer zu hart ins Gericht. Ich hätte mir durch meinem Beruf und durch mein Umfeld Übung im Umgang mit Menschen aneignen müssen und sei als Städter selbstbewusst und direkt (mit «selbstbewusst» meint sie eigentlich «eingebildet»), aber da draussen gäbe es Menschen, die nicht dauernd auf neue Menschen zugehen müssten, die vielleicht sogar einsam seien und keine Übung in Smalltalk und sozialer Interaktion hätten. und auch da gäbe es gute Liebhaber und liebenswerte Partner. Nun, sie hat recht, und ich hoffe, ich war nicht zu böse mit meinen DatingpartnerInnen.

Nun, meine Zeit auf Datungplattformen ist vorbei. Ich kann mir vorstellen, dass man mit etwas Geduld und einigen Fehlversuchen durchaus jemanden für sein Bett finden kann. Aber wissen Sie was? Versuchen Sie es selbst! Es ist witzig und man lernt Menschen kennen, denen man im Alltag nie begegnen würde.

Réda Philippe El Arbi ist Co-Chefredaktor bei clack.ch, Autor, Geschichtenerzähler, Stadt-Blogger bei Züritipp/newsnet.ch, Haustiersitter und war kurze Zeit Herausgeber des Zürcher Satiremagazins «Hauptstadt». Er versucht, hier seine männliche Sicht der alltäglichen Dinge zu vermitteln.

  

Quotenmann


Kommentare

  • daniela p.

    dem letzten satz kann ich beipflichten, allerdings trieb ich mich nie auf so direkt sexuell orientierten seiten herum.
    frau el arbi ist umwerfend menschlich sympatisch smile

  • The Damned

    Vielleicht nicht ganz passend, aber auch nicht völlig unpassend, aber hier habe ich eine der besten Kolumnen ever über die drei Themen Sex, Beziehung und Liebe vom bekannten, deutsch-türkischen Schriftsteller Akif Pirincci aufgelesen, die es wirklich, aber wirklich in sich hat! Eine knallharte, brutale und gnadenlose Analyse, in der beide Geschlechter letztendlich schlecht weg kommen:

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/das_hurenmodell

  • Georg

    Wirklich tolle Berichte, fast zu kurz, mich würde eine Fortsetzungsserie interessieren.

    Und bitte informieren Sie doch alle Männer, dass sie ein ebensolcher und Journalist sind, die Reaktionen sind sicher spannend.

  • marie

    lol!!!! das ist nicht von Akif Pirincci, das ist von mir grin
    …und sind das jetzt die Männer, die auf Rédas Plattform ihre Schnäbis inseriert haben?

  • The Damned

    Ich habe noch nie etwas Vergleichbares gelesen: Pirincci ist to-tal cool.

    Und er hat recht, gnadenlos recht sogar!

    ”(…) Nur ein verweichlichter und in der Meute der buchstäblichen Schlappschwänze mitheulender Mann ist ein guter Mann.


    Dies führt selbstverständlich zu geistigen, zwischenmenschlichen und kulturellen Deformationen. Das Internet ist voll von dubiosen Singlebörsen, in denen entfesselte Männer im Schutze der Anonymität Fotos von ihren Schwänzen an geschockte Frauen senden, sich im “Nahkampf” mit einer neuen Bekanntschaft plötzlich in ekelhafte Bestien verwandeln und die Frau stellvertretend für alle Frauen mit Obszönitäten überschütten, sie herabwürdigen und gar nicht mal so selten gewalttätig werden, quasi Rache nehmen für ihre Umerziehung zu einer Art Frau mit Penis.

    Ich wette mein letztes Hemd darauf, daß vor dreißig Jahren außer Perverse und Kriminelle kein anständiger Mann sich so verhalten hätte (…).”

    Hier hat Pirincci gleich nochmal brutal recht, glaube ich: Zumindest habe ich schon von einigen Frauen gehört, dass ihnen da mitunter völlig verkommene, männliche Individuen mit Schwanzfotos ihre Aufwartung zu machen versuchen- oder beim Date buchstäblich die Sau raus lassen, als ob das Wort Respekt nicht einmal existieren würde.

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ich_trage_einen_grossen_penis

  • The Damned

    Beziehungen sind sogar absolut selbstverständlich: Warum sollten sie das nicht sein?

    Das Singletum verurteile ich nur unter dem Aspekt der 68er, die diese Lebensform als die einzig Richtige hochstilisiert haben. Und dann sehe ich amix all die einsamen Seelen, die alleine am Bartresen hocken und irgendetwas von ihrer Freiheit schwafeln, die ihnen so heilig ist. Doch von einem gewissen Alter an wirken diese Bezeugungen irgendwie nur noch abgelutscht und fad. Sowohl bei Männern und Frauen.

    Weil ihre Augen meistens etwas ganz anders sagen. Aber wenn man einmal ein gewisses Alter erreicht hat, ist man gezwungen, so weiter zu leben, wie man die letzten Jahrzehnte gelebt hat, Nicht etwa weil man es so will, sondern weil man gar keine andere Wahl mehr hat, aus welchen Gründen auch immer. Damit meinte ich überhaupt nicht sie.

    Was das ‘Schwierige’ anbelangt: Ja, das ist so. Wie Thomas es einmal ausgedrückt hat: Diese, auch meine (Frauen)generation, ist mir gänzlich fremd geworden.

  • marie

    ich war, bin und werde nie beatnik sein! ich mache bloss nicht bei dieser romantischen-beziehungs-ökonomie mit. that’s it.
    aber fakt ist: ich bin single, alt und steure als single in die pension. wie gesagt, zwischenmenschlich belastet mich das nicht (gebe aber zu, einfach ist es nicht, aber machbar), nur arbeitstechnisch erzeugt es mir seit geraumer zeit ein wenig unbehagen; man hört so vieles und es ist nicht mehr so einfach einen job zu finden wie auch schon.

  • marie

    und beziehungen sind nicht selbstverständlich – da unterscheiden wir uns. ich kann das gut so stehen lassen, denn ihre haltung ist ja nichts anderes als die norm; ich bin die ausnahme.

  • The Damned

    Was genau verstehen Sie unter dieser ‘romantischen Beziehungsökonomie’? Brauchen sie keine Wärme, Nähe und Geborgenheit? Ist es so schlimm, wenn man nach einem harten Tag zuhause jemanden hat, der einen fragt, wie es geht? Oder einen je nach dem in die Arme nimmt, wenn’s kalt ist draussen? Oder tief in einem drinnen?

  • marie

    dafür gibt es etta James, big tama thornton und janis joplin. die suppe koche ich mir selber, bei ganz schlimmen zustand kommt immer reichlich crème fraîche rein und wenn ich musse hab, mache ich mir mein schoggimousse. reicht vollkommen, da “sichere” werte. wink

  • Jerome

    Schnäbis werden gerne präsentiert weil sie so schön und die Krone der Schöpfung sind, sie sind so flexibel einsetzbar wie keine anderen Geschlechtsorgane auf der Welt und jetzt keinen Schnäbineid entwickeln.

  • Philipp

    Zur verstrichenen Zeit des Feminismus wurde sich zwar auch gepaart, jedoch nahmen die Kinderzahlen ab, das Resultat sehen wir heute in der westlichen Welt, da sich kein auch nur halbintelligenter Mann so ein vorwiegend ichbezogenes Individuum in sein Leben holt. Und die welche sich mit Feministinnen paarten waren nicht Maskulinisten, sondern verweichlichte Halbmänner, die in früheren Epochen die Natur ausgelesen hätte.

  • marie

    oh, das Penis-Portrait auf diesen Plattformen ist ein Klassiker the Damned! Da sehen Sie einiges, schlaff, erigiert, in den Händen präsentiert, darüber steht “Mann, 52, viril”… Aha. Aber ein Gesicht sucht frau vergebens. Sie müssen zugeben, dass das Portrait eines Penis’ eher nichts über eine sympathische Erscheinung aussagt, was den meisten Frauen ohnehin wichtiger ist, als das Schnäbi. Und wie kommen eigentlich Männer darauf sich so zu präsentieren und davon auszugehen, dass es die Frauen “schätzen”, bloss weil sie auf nackte Brüste und Muschis stehen? Für mich unvorstellbar meine nackten Brüste und/oder meine Vagina ebenso im Internet zu präsentieren. Schon nur die blosse Vorstellung, daneben meine Angaben “Marie, 44, leidenschaftlich”… Darüber hinaus dann auch noch Variante rasiert und unrasiert. Wo bleibt da so etwas wie Selbstachtung? Ich meine, wenn das “beste Stück” oder die Muschi dann wirklich, das beste ist, was man(n) bieten kann, dann sollte man(n) über die Bücher gehen. Ich hätte es begrüsst, wenn diese Suchende eine eigene Plattform gehabt hätten, dann hätten diese frauen/männer gezielt nach Schnäbis und Vaginas suchen können und man wäre nicht ständig einem abtörnenden Kopfkino ausgesetzt. Es braucht nämlich nicht viel, Frauen abzutörnen und Männer übrigens ebenso wink.

    Echt jetzt, kann mir jemand sagen, weshalb Männer ihr Schnäbi auf diesen Plattformen inserieren? Da hätte ich von Réda ehrlich gesagt schon gerne ein Interview mit einem dieser Männer gehabt gehabt. Réda? grin

  • marie

    …und ja Pirincci ist cool. Ich schätze Ehrlichkeit, und schreiben kann er auch.

  • Tomas

    WOW!

    Damned, sie haben mir gerade viel Zeit für andere Projekte erspart grin Der Text ist dermassen gut und bringt die Sache so direkt auf den Punkt, habe es so gut geschrieben und in so klarer Form noch nie gelesen – und hatte deshalb vor es selber zu schreiben. Das hat sich jetzt vorerst erübrigt grin
    Auch der andere Link besitzt für mich die gleiche Direktheit, und seine Analyse kann ich unterschreiben. Man kann sie übrigens frei skalieren auf benachbarte Gebiete von Sexualgewalt oder Pädophilie.

    Das was hier Reda schreibt ist eine nette belanglose Unterhaltung, ein kurzer Blick von Aussen. Habs gern gelesen, schon gut. Was der Pirincci bringt ist gnadenlos genaue Analyse. Mein Tag ist gerettet, dieser Autor hat es in sich, vielen Dank.

    Nur eine Fussnote: in meinem Text käme noch meine Hypothese zum tragen, die in genau den erwähnten Mechanismen den Grund für den Fundi- Feminismus erörtet. Solange eine Frau einen jungen und betörenden Körper besitzt, bekommt sie sowieso von der Männerwelt alles was sie will – wenn sie will. Der Moment, als plötzlich eine jüngere diese Rolle übernimmt und sie wirklich nur auf ihre sonstigen Fähigkeiten zählen kann muss ein ziemlicher Schock sein, da werden kurzerhand alle Männer zu einer Definition des Bösen, zu Feinden erklärt denen man es nun zeigen will. Emanzen sind für mich die Verkörperung von Verzweiflung und beleidigten Rachsucht, weil man nicht die Privilegien hat, die einer Frau eigentlich sonst zustehen. Eine Frau, die begehrt wird, sieht die Welt mit anderen Augen.

  • Tomas

    marie, die Frage die sie Stellen tut Pirincci in seinem Text beantworten.

  • marie

    tomas, tomas… eine frau die begehrt wird sieht die welt mit anderen augen. jup, das ist das privileg der jugendlichen – die ollen tussen dürfen sich lebendig begraben, sind ohnehin nur eine ästhetische beleidigung. die ollen männer können ja blechen und das leid ein wenig hinauszögern und sich dabei vom betörendem jungen aussehen beim ersten streit auch als schrumpeliger schlappschwanz beschimpfen lassen, ja, ja, das dürfen junge frauen bei alten männern… LOL – ich weiss nicht, was tragischer ist wink
    …ich glaube sie haben pirincci nicht wirklich bis zur gänze verstanden, aber das ist egal. macht die chose für mich nur noch amüsanter wink

  • The Damned

    Hm, Philipp, wenn Sie die Zeitachse verlängern, werden Sie feststellen, dass die Geburtenraten in den alten Industrienationen schon seit über 100 Jahren drastisch sinken. Ganz speziell gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu richtiggehenden Einbrüchen bei den Geburtsraten- bei gleichzeitig enormen Fortschritten im Bereich der Medizin. Mit der sinkenden Sterberate bei der Geburt war es auch immer mehr Müttern möglich, einer Erwerbsarbeit nachzugehen. Da im gleichen Zeitraum die ersten sozialen Sicherungssysteme unter Bismarck eingeführt worden sind, stand der Nachwuchs als natürliche, soziale Absicherung auch nicht mehr so im Zentrum der individuellen Familienplanung. Und mit der Pille, die seit 1960 das am weitesten verbreitete Verhütungsmittel in eben diesen Nationen ist, sind die Geburtsraten gleich noch einmal nachhaltig eingebrochen. Also nix mit Feminismus, das wäre- einmal mehr- zuviel der Ehre für diese einst wichtige, soziale Bewegung. Heute verspritzt er freilich nur noch Gift und Galle und vermiest vielen Menschen ihr Liebesleben- obwohl die Liebe die wohl wichtigste Kraft in unserem Leben ist, ohne die das Leben zur Hölle wird.

  • The Damned

    Ja, Thomas: Ab einem gewissen Alter sind für gewisse Frauen einfach alle Männer böse- wegen der jüngeren Konkurrenz. Die ärgsten Medienfeministinnen sind alle in reiferen Jahren! Das kann kein Zuphall sein!

  • Florian

    Thomas absolut zutreffend, Feministin versucht sich Pfründe zu sichern, wenn die Begehrtheit aufgrund vorhandener oder möglicherweise mit dem Alter wachsender Unattraktivität abnimmt und so der sexuelle EInfluss auf die Männer schwindet, will Frau sich zum Ausgleich anderen EInfluss sichern, um ihr Alter überhaupt zu ertragen.

  • marie

    Ich wurde so erzogen, und es wurde mir buchstäblich eingebläut, den Mund zu halten, wenn Männer diskutieren. ich habe mich nicht daran gehalten und sah dementsprechend tagelang aus. Deshalb würde es mich nach wie vor interessieren, weshalb es Männer gibt, die das Portrait ihres Schnäbis online schalten und ein Interview mit einem solchen Exemplar, oder aber ein ausführlicher, ehrlicher Post eines solchen begrüssen. Aber bitte keine intellektuellen Versuche einer Erklärung, denn es ist ein Unterschied, ob man darüber schreibt, oder aber es in der Tat tut. Die Überwindung der Hemmschwelle ist da ausschlaggebend.
    Besten Dank Réda, wenn Sie es ermöglichen würden!

  • marie

    …ach der Feminismus… Hey, der ist absolut nur marginal in diesem Zusammenhang.
    Prä-Femi-Ära gab es ebenso Inserate, einsame Herzen, Betrug, Schnäbiportraits (jawohl, die gibt es offenbar seit Bestehen der Fotografie) usw. Nur sprach man nie darüber.
    Die Schuld ständig dem Femi in die Schuhe zu schieben ist billig und öde und erklärt nur eines: die Frauen können es sich heutzutage einfach nur leisten, die schlechten Manieren der Männer zu kopieren. Und das scheint dann aber für die Herren offenbar ein ausschlaggebendes Problem zu sein. Für uns Frauen aber kurzfristig (okke, gebe ich zu) “angenehmes” Beigemüse, mehr nicht.
    Und zum Zynismus: Männer sind bei diesem Thema gerne zynisch, aber Frauen wirft manN dann gerne Frust vor, wenn sie mal zynisch sind. wink Aber ja doch, Voraussetzung für Zynismus ist ja Intelligenz, und das ist ja bei Frauen Mangelware wink

  • The Damned

    “Werfen wir mal einen Blick zurück, sagen wir mal, fünfzig, sechzig Jahre weit. Da war es genau umgekehrt. Wenn überhaupt verlassen wurde, was nicht oft vorkam, dann ließ in der Regel der Mann Frau und Kinder im Stich.”

    Das finde ich eigentlich eine geradezu revolutionäre Sichtweise von Princci, da steckt einige Sprengkraft drin! Studien über homosexuelle Paare zeigen auf, dass es bei lesbischen Paaren erheblich weniger eingetragene Partnerschaften gibt, als bei Männern. Zudem trennen sich lesbische Paare erheblich häufiger, als Männer. Will man jetzt etwas typisch Weibliches-, bzw. etwas typisch Männliches im Queer-Beziehungsbereich erkennen, dann müsste man sich langsam ernsthaft fragen, wer denn nun in Wirklichkeit das polygame Geschlecht (Esther Vilar) ist. Und ob das Patriarchat nicht auch einen stabilisierenden Einfluss auf die (ehelichen) Beziehungen gehabt hat. Oder ob das sog. Patriarchat nicht vollkommen an der urmenschlichen Wirklichkeit vorbei gezielt hat- und Polygamie eigentlich die viel realistischere ‘Beziehungsform’ ist… jaja, das sind halt Fragen, nicht?

  • marie

    ja in der tat (UR)alte fragen. aber was soll denn eine oder mehrere mögliche(n) antwort(en) denn bringen?
    dies ist eine frage einer (UR)alten, unromantischen frau.

  • The Damned

    Angesichts der Tatsache, dass mittlerweile 2/3 aller Scheidungen von Frauen eingereicht werden, sollte man sich langsam der Frage wiedmen, ob Polygamie nicht der ursprüngliche(re) Zustand der zwischengeschlechtlichen Beziehungen ist. Und warum dann Männer überwiegend für ein angenommenes, polygames, weibliches Naturell bezahlen müssen- sei es persönlich über die Scheidungskonvention, oder sozialstaatlich per Steuerrechnung- dass sich eh’ nicht ‘steuern’ lässt. Ich finde diese Fragen wirklich hochgradig interessant! Warum gab es so viel weniger Scheidungen in einer Zeit, die heute rückblickend als Patriarchat bezeichnet wird? Weil Männer in Wirklichkeit das sozial stabilisierende Geschlecht sind (aus Beziehungssicht, versteht sich)?

  • The Damned

    Oder, ganz kurz, marie: Ist heute aus Beziehungssicht wirklich alles so viel besser geworden?

  • marie

    aus der beziehungssicht ist die chose gleich beschissen wie früher – nur, dass frauen halt heutzutage mehrheitlich “ausbrechen” (aus welchen gründen auch immer – früher waren sie halt von “prachtsexemplaren” abhängig; heute ist mann einfach nur mann. früher war frau halt nur frau. so wie eine Mikrowelle. und diese sichtweise ist entsorgungstechnisch sehr vorteilhaft).
    nein, ich finde polygamie an und für sich keine lösung, macht die sache dann einfach nur kompliziert “beschissen” (spreche da aus eigener erfahrung). realistischer wäre, sich mal mit dem begriff liebe und den daran geknüpften begriff romantik auseinanderzusetzen. und dass gesellschaftlich beziehungen heute ausschliesslich als selbstverständlich erachtet werden, ist definitiv ein ausschlaggebendes kuriosum, dass beziehungen schneller und unüberlegter auf den müll entsorgt werden. 
    (zum finanziellen habe ich folgende haltung: kann da nicht mitreden, da ich keine kohle habe und absolut darauf achte eigenes geld zu verdienen und es gehört zu meiner auffassung von selbstachtung, dass ich mich selbständig ernähren kann – es gibt nichts schrecklicheres für mich, die hohle hand zu machen. aber das ist meine haltung, soll jede(r) so wie er/sie will, hauptsache man ist sich einig, wie es gehandhabt werden soll.)

  • marie

    vergessen anzufügen: beziehungstechnisch können konstellationen und verschiedene formen ausprobiert werden. aber ruhe in den karton, wird nie erreicht werden.
    …frauen und männer sind nicht kompatibel, sie sind universen, die äonen von lichtjahren voneinander entfernt sind. funktionieren könnte es schon, aber dafür bräuchte es zeit, geduld, einfühlungsvermögen und gaaaaanz viel glück. aber sie müssen zugeben, alles mangelware heutzutage und bei diesem (über)angebot, obsolet. wir werden uns weiterhin frischfrölich verletzen und von vorne anfangen, nur um zur erkenntnis zu kommen, dass es immer gleich ist, gleich endet und gleich anfängt… wink

  • Tomas

    Marie, ich kann es ihnen bei einem kühlendem Getränk erklären – obwohl wie gesagt, Herr Pirincci tat es bereits ziemlich ausführlich.
    Wie wäre es morgen abend? grin

  • marie

    diese Woche ist ungünstig.

  • The Damned

    Ach, marie: Frauen und Männer sind absolut kompatibel und passen ganz hervorragend zueinander! Es wird uns von bekannter- und auch weniger bekannten Seiten zwar immer eingeredet, dass es *kreisch* einfach nicht ginge, weil *kreisch* Männer einfach immer Frauen besitzen- und unterdrücken- und ausbeuten- und zuhause gratis arbeiten lassen- und als Arbeitgeber ganz bewusst schlechter bezahlen- und, und, und mit ihrer *kreisch, kreisch* Männlichkeit (!!) in die Flucht schlagen wollen (und sie damit direkt in die Arme von sexuell natürlich völlig unbedarften Queer-Feministinnen treiben, die von Männern eh’ keine Ahnung haben und wahrscheinlich genau deshalb politisch ständig auf uns herumhacken). Aber das ist alles gar nicht wahr: Männer begehren, lieben und hassen Frauen und umgekehrt und das ist auch gut so. Alles andere ist eine neurotische Auslegung der Natur.

    Aber sie haben whrscheinlich recht: Die Sauordnung zwischen den Geschlechtern wird sich nie aufräumen lassen. Sie ist wahrscheinlich so eine Art Urzustand wink

  • marie

    hab’s erwartet: da ist sie wieder die femikeule… als ob frauen und männer vor 200 jahren schon darüber stritten, wer jetzt das geschirr wäscht und den müll runterträgt und danach geschieden wurde.
    historisch würde man die heutigen beziehungskriege einfach “stellvertreterkriege” nennen. ne, mit dem femi zu argumentieren ist bei dieser angelegenheit nur billiges herausreden und die ursache nur oberflächlich abgehandelt.
    aber was soll’s, für mich und meine jew. partner war femi beziehungstechnisch ohnehin nie thema – gott sei dank. mir reichen die (nicht stattfindenden) auseinandersetzungen und die folgen am arbeitsplatz, die wollte (will) ich echt nicht auch noch privat.

  • The Damned

    Der Feminismus hat nun einmal einen denkbar schlechten Ruf! Als Bewegung ist er faktisch gestorben. Aber er wird wohl noch eine ganze Weile künstlich am Leben erhalten werden, zumindest im deutschsprachigen Raum. Von alternden Individuen, die vorwiegend aus dem publizistischen Bereich- und der Politik kommen.

    In der Zwischenzeit kommen sich Männer und Frauen wieder näher. So nah, wie sie sich eigentlich schon immer gewesen sind.

    Weil sie perfekt zueinander passen wink

  • marie

    Kein Wunder. Es war immer in erster Linie die not oder das mehren von Wohlstand, dass die Paare zusammenkittete. Da wir wirtschaftlich wieder schlechteren Zeiten entgegengehen, scheinen sich die Konstellationen wieder vermehrt dem “Materiellen” zu zuwenden.
    übrigens, gepaart und vermehrt hat man sich unter der “knute” des feminismus trotzdem, eine tatsache, die offenbar beziehungstechnisch auch unter dem femi durchaus funktioniert. deshalb, noch einmal: beziehungstechnisch spielt der femi nur marginal eine rolle und daraus einen beziehungskrieg konstruieren, ist nur stellvertreterkrieg.

  • The Damned

    Wir können uns auch ganz kurz fassen: Männer und Frauen gehören zusammen, in welcher Konstellation auch immer!

    Denn zusammen ist man einfach stärker. Alleine belastet man irgendwann einmal nur noch den Sozialstaat über die Gebühr. Auch aus Sicht des Gesundheitswesens ist das Singletum nicht ohne. Diese Vereinzelung ist nur sehr bedingt auf den Feminismus zurück zu führen. Sie ist wohl vor allem ein Wohlstandsphänomen.

  • marie

    nein, von der femikeule jetzt auch noch zur single-keule… ich lach mich scheckig! sorry, ich habe einen eher “schwierigen” humor, ich hoffe sie verübeln mir das nicht.
    …wir single bezahlen aber im verhältnis zu paaren einiges mehr wink aber der finanzielle aspekt ist nun wirklich themenfremd, den ich aber duchaus gewillt bin aufzunehmen, sollte das mal thema werden.
    ähm… alleinstehende gab es schon immer, man musste gewisse voraussetzungen erfüllen, um heiraten zu dürfen. und je nach beschäftigung musste man auch vorgesetzte fragen, ob sie mit der heirat einverstanden waren, soviel zur geschichte.
    gerne noch einmal: beziehungen sind nicht selbstverständlich. heute ist jeder selbst verantwortlich für sein unglück. oder verpflichtet zum glück. (als ob man einfluss auf glück/Unglück hat) “wenn früher jemand keinen partner gefunden hat, war das schicksal, so sah man es selbst und die umwelt auch”, sagt der paartherapeut michael mary. “heute versagt man im lebens- oder liebesmanagement.”  …soviel zur theorie der romantischen ökonomie der heutigen zeit wink
    …schon gut, ich kann damit leben, alt, single, zukünftiger schmarotzer und was weiss ich zu sein. nur arbeitstechnisch macht es mir zu schaffen, aber das kriege ich auch noch in den griff. grin

  • Tomas

    marie, es ist nicht privileg der jungen Frauen, begehrt zu werden. Nur, dort passiert es sozusagen automatisch, während später der Rucksack mit Erlebtem sowohl bei den Frauen, wie auch bei den Männern zum tragen kommt. Ich bin wirklich überzeugt, dass die Jungen nicht nur wegen dem jugendlich frischem Aussehen begehrt werden, sondern hauptsächlich wegen der Haltung dem begehrtwerden gegenüber. Daher ist es wohl entscheidend ob vor allem die Frau die eigenen Erfahrungen “richtig” einsetzen kann, oder ob sie sich dadurch eher behindern lässt. Denn begehrt zu werden ist eine Einstellungssache, die Frau muss es sich selbst gegenüber zulassen, sich eingestehen dass es etwas schönes ist. Es gibt zwar keine Garantie dass man es herbeiführen kann, dafür kann man es aber mit fast Null Aufwand zuverlässig verhindern.

  • adrian

    ich beantrage hiermit offiziell ein clack-single-forum zum gedankenaustausch und kennenlernen inklusive schnäbifotos! smile

  • marie

    …nur wenn vaginas auch akzeptiert werden. sonst erachte ich das als diskriminierung und bin gezwungen das büro für gleichstellungsfragen zu informieren wink

  • marie

    tomas, das ist def. so mit rucksäcken, ist zeichen der reife, die sich nun mal nicht leugnen lässt. aber wenn man einem ständig stereotypen um die ohren haut, füllt das auch die rucksäcke und dementsprechend ist oft das verhalten.
    aber am ende kommt man immer irgendwie auf die kosten – wir müssen alle kompromisse eingehen.

  • Samuel

    Vaginas werden in jedem Fall auch akzeptiert, sie sind zwar nicht so flexibel verwendbar wie Schnäbis, können aber auch sehr schön sein.

  • marie

    hm… da haben sie aber wenig ahnung über die flexibilität einer vagina samuel. trotzdem danke, dass vaginas AUCH akzeptiert werden. 😀

  • Sohn des Mars

    Tut mir leid… ich bin zwar selbst ein Mann, aber ich hab’s auch nie verstanden wieso man als “Kennenlernphoto” ein Schnäbibild verschickt. Daher kann ich es nicht erklären, sondern nur darüber lächeln.

  • Nina

    Reda du hast mich inspiriert, Danke! Ich steh eindeutig auf den Typus Wildsau und bin dann auch froh ein Pimmelbild zu erhalten damit ich weiss woran ich bin ( – ists ein kleiner müsste das seine Zungenfertigkeit wieder wett machen). Nun muss ich endlich nicht mehr nächtelang am Bartresen rumhängen (das Wetter machts der Libido zur Zeit ja nicht gerade einfach) sondern darf mir, während ich faul auf dem Sofa rumfläze, Fickangebote senden lassen.  Wie schön.

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