Clack

Der Mama-Einfluss

Der Quotenmann fragt sich, wie eine neue Generation von Männern wieder als Paschas und Machos heranwachsen konnte. Und was das mit ihren Müttern zu tun hat.

Von Réda Philippe El Arbi

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Eines hab ich am Konzept des Patriarchats nie wirklich verstanden: Die Männer kümmern sich nicht um die Erziehung ihres Nachwuchses, Kinder sind Frauensache, aber am Ende werden aus den Söhnen wieder die üblichen Machos und tumben Paschas, die nicht im Haushalt helfen, sich rundum bedienen lassen und Frauen wie Eigentum behandeln. Gerade in der Generation der jetzt 14- bis 18-jährigen Männern sind wieder ganz alte Tendenzen zum Machismo zu entdecken. (Lesen Sie auch: «Wir basteln den perfekten Mann»)

Irgendwo ist doch da der Wurm drin. Schliesslich wurden die jungen Männer von ihren Müttern in ihrer frühen Sozialisation begleitet, nicht von ihren Vätern, die ja klischeemässig entweder bei der Arbeit, beim Fussball in einer Bar oder bei einer Geliebten waren und die Entwicklung ihrer Kinder verpassten. Inzwischen kann ich eine Generation Halbwüchsiger im Tram beobachten, die sich verhalten wie junge Männer in den 50ern.

Nun, wenn ich die Beziehung zwischen Müttern und ihren Söhnen in meinem Umfeld anschaue, erschrecke ich. Frauen, die im Umgang mit Männern klare Vorstellung von Gleichberechtigung haben, festgefahrene Geschlechterrollen verabscheuen und ihrem Partner eine Beteiligung am Haushalt abringen, verwöhnen ihre Sprösslinge und behandeln die Söhne wie kleine Prinzen. Im wahrsten Sinne des Wortes, verhätschelt, aber mit Schwert und in der silbernen Rüstung der falsch verstandenen Männlichkeit. 

Oft sind es ältere Mütter, die ihren Söhnen nichts abschlagen können, keine Grenzen setzen und schon mit ihren Dreijährigen vernüftige Diskussionen führen wollen, die der Dreijährige natürlich mit einem Schreikrampf ohne Weiteres gewinnt. Später ist es das Problem, dass die Mütter die besten Freundinnen ihrer Söhne sein wollen. (über Mütter die die besten Freundinnen ihrer Töchter sein wollen, schreibt dann Meret). Oft züchten solche Mütter unbewusst jenen Männertyp heran, in den sie sich früher selbst verliebten. (Ödipus lass ich für heute mal weg). So kann man verschiedentlich Mütter beobachten, die verspielt mit ihren zehnjährigen Söhnen flirten und vor Freude in die Hände klatschen, wenn diese in einer altklugen und eigentlich total bescheuert «männlichen» Art darauf reagieren.

Bei jüngeren Müttern ist es eher so, dass sie irgendwie den Tarzan in ihrem Leben vermissen und so ihren Jungen auf keinen Fall «verweichlichen» lassen wollen. Dazu kommen Aussagen wie «Du bist doch schon ein grosser Junge», was eigentlich nichts anderes heisst als «verhalte dich wie ein Mann», bzw. «nicht weiblich». Mit dem Resultat, dass sie genau jene tumben Machos heranzüchten, die vorherige Generationen mit hartem Kampf auf den Müllhaufen der Geschichte verbannen wollten. Offenbar ist es keine bewusste Erziehungsstrategie, sondern eine Mischung aus Verhätscheln und projezierten Männervorbildern, die gewisse Mütter ihren Söhnen angedeihen lassen.

Aber ehrlich, wen wunderts? Eine Generation Mütter, die «Desperate Housewifes», «Sex and The City» oder die letzte unsäglich schwachsinnige Kultserie «Mad Men» in ihre Hirne einsickern lässt, kann ja nicht erwarten, dass ihre Söhne verantwortungsvolle, einfühlsame und unabhängige Erwachsene werden. Sie wollen wieder die alten Haudegen: «Es gibt keine echten Männer mehr» für unter 35-jährige Männer höre ich inzwischen genauso oft wie «Der ist eben emanzipationstechnisch noch ein Dinosaurier» für über 50-jährige. Mit dem Ergebnis, dass die nächste Generation erwachsener Männer sich wieder auf die Brust trommelt und Stehpissen für einen Ausdruck von Männlichkeit hält. (Lesen Sie auch: «Ich wäre ein schrecklicher Mann»)

Nun, liebe Damen, sie haben es in der Hand. Noch immer sind meist Frauen in den prägenden Phasen die Hauptbezugspersonen ihrer Söhne. Es liegt also in Ihrer Verantwortung, ihm etwas über Geschlechterverhalten beizubringen, anstatt einen Vollidioten wie Don Draper anzuschmachten und auf ihren Nachwuchs einwirken zu lassen.

 

Réda Philippe El Arbi ist Mitinhaber der Kommunikationsagentur SeinSchein, Autor, Geschichtenerzähler, Stadt-Blogger bei Züritipp/newsnet.ch, Haustiersitter und war kurze Zeit Herausgeber des Zürcher Satiremagazins «Hauptstadt».  Er schreibt, weil er nicht anders kann.

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Quotenmann


Kommentare

  • Réda Philippe El Arbi

    Naja, wenn Sie eine Tochter hätten, die ihnen so einen frischgebackenen Macho nach Hause bringen würde, würden SIe vielleicht das Problem sehen.

    Was die Väter angeht: Sind es nicht auch die Mütter, die ihre Partner zur Familiengründung wählen? Oder seh ich das falsch? Wenn die Väter sich um ihre Verantwortung drücken, sind das doch noch immer dieselben Männer, die sich frau für die Partnerschaft ausgesucht hat. Und dann aber überrascht sein, wenn Sohnemann ein unverantwortlicher, unverbindlicher Macho wird? Naja, es gibt verschiedene Perspektiven. Aber ehrlich, jede Mutter hat ihren Partner auch gewählt. So einfach lässt sich das nicht auf die Männer abschieben. Neben der gesellschaftpolitischen Situation gibts immer auch noch sowas wie Eigenverantwortung.

  • Boysmami

    üble Sache!
    Sohn wird Macho -> Mama ist Schuld
    Sohn wird Memme -> Mama ist Schuld
    Sohn wird schwul -> Mama ist Schuld
    Sohn wird was auch immer -> Mama ist Schuld

    Sollte es aus Sohn weder alle Erwartungen doch etwas gescheites geben sind dann aber wohl die Väter Schuld!

  • S. Sanchez

    Selten so einen dümmlichen, völlig an den Haaren herbeigezogenen Artikel gelesen!

  • Réda Philippe El Arbi

    Dann besteht kein Zusammenhang zwischen der Persönlichkeitsentwicklung der Söhne und den Müttern? Hm, interessante Theorie.

  • Réda Philippe El Arbi

    Sehr schön. smile Und jetzt kommt doch sicher noch wenigstens ein Argument? 😀

  • S. Sanchez

    Ist doch schon alles gesagt: an den Haaren herbeigezogen! Mehr Worte braucht’s da wirklich nicht zu verlieren!

  • Réda Philippe El Arbi

    Danke für die differenzierte Kritik. smile Sie denken also, Macho-Verhalten hat nichts mit den Müttern zu tun. Ohne irgendein Argument. Naja, ich strecke sofort die Waffen und bin ab jetzt ihrer Meinung smile

  • Amber

    Sie möchten gerne ironisch, können aber anscheinend nur zynisch. Immerhin schreiben Sie aus eigener Erfahrung – Ihre Mutter scheint bei Ihrer Erziehung versagt zu haben. Sie dienen mir jetzt als abschreckendes Beispiel für die Erziehung meines Sohnes. Dafür danke. Übrigens hat sich im Text neben Ihrem Bild der Fehlerteufel eingeschlichen. Statt “Er schreibt, weil er nicht anders kann” muss es heißen “er schreibt, aber er kann es nicht.” Keine Ursache!

  • Harley-braut

    @Amber
    gefällt mir grin))

  • Réda Philippe El Arbi

    Danke. Auch hier ein Comment voller geistreicher Argumente und spitzfindigen Schlussfolgerungen 😀

    Aber heisst das jetzt: “Mein Sohn wird ein Macho und ich hab als Mutter nicht das Geringste damit zu tun”?

    Bitte schicken Sie doch in Zukunft die persönlichen Beleidigungen auch gleich per persönlicher Mail. Ausser Sie möchten beweisen, auf welchem Niveau Sie in der Öffentlichkeit Diskussionen führen. Merci. smile

  • Medea

    Hr. El Arbi, noch einmal: Wieviel die ELTERN mit der Persönlichkeitsentwicklung ihrer Söhne zu tun haben. bis da sind wir uns einig. Weshalb trennen sie die verantwortung/Pflichten in die Fraktion Mann, Frau?
    Ich sage ganz einfach: Eltern. D.h. nichts anderes, dass beide an der Zeugung beteiligt sind, also sind beide für die Erziehung inkl. Pflichten und Verantwortung zuständig. Wird der Sohn ein Macho und Mama hat ihn erzogen, dann sage ich: Papa hat seine Pflichten nicht wahr genommen. Also, ganz einfach: Selbst bei Ihren Ausführungen im Text sind eben beide daran beteiligt. Hätte ich eine Tochter, würde ich dafür sorgen, dass sie keinen Macho nach Hause bringt.

  • Réda Philippe El Arbi

    Naja, Realität ist, die Machos, die jetzt ins Erwachsenenalter kommen, wuchsen nachweislich in einer Generation auf, in der Kinder (unfairerweise, aber nichts desto Trotz) mehrheitlich von Frauen betreut wurden.

    Ausserdem ist auch bei geteilter Betreuung die Beziehung, die ein Junge zur Mutter hat prägender für sein späteres Frauenbild, als die zum Vater.

  • The Godfather aka the Damned

    Vieleicht kehrt ja nach all dem postmodernen Beliebigkeitstaumel der letzten vierzig Jahre wieder so etwas wie eine natürliche Ordnung zwischen den Geschlechtern ein…

    Nein, das war nur ein Witz, ganz ehrlich!

  • Medea

    dann von vorne:
    Da gibt’s halt nur eines: Männer müssen sich an der Erziehung beteiligen.
    Ich sehe das Problem nach wie vor nicht Hr. El Arbi.

    wink ihre Argumente greifen nicht. Väter haben die Pflicht sich um Erziehung zu kümmern.

  • Réda Philippe El Arbi

    Ja, stimme ich mit Ihnen überein. Aber es geht nicht darum, wie es irgendwanns ein wird. Es geht darum, wies jetzt ist und wie es die letzten Jahre war. Und wies morgen früh auf den Spielülätzen aussieht. Ausserdem, liebe Medea, haben sich die Damen ihre Partner gewählt. genau die Partner, die sich enen Scheiss um ihren Nachwuchs kümmern. Eigenverantwortung, nicht Lösungen von Aussen erwarten. smile

  • Nathalie

    Als Mutter eines Achtjährigen “Prinzen” kann ich Reda nur beipflichten. Es wäre mir ein Gräuel, einen Don Draper aus ihm zu machen und flirten mit dem eigenen Sohn ist einfach nur peinlich. Mit einem bin ich aber nicht einverstanden: “Du bist doch ein grosser Junge” steht nicht im Gegensatz zu “sei nicht weiblich”, sondern viel eher “sei nicht kindisch”. Und da, meine Herren, haben Mütter aller vorangehenden Generationen schon versagt. Hoffentlich machen wir es besser!

  • Pasquilla

    Ein Grund, warum ich so selten und ungerne mit meiner Tochter auf Spielplätze ging, waren diese kleinen Prinzen, die – statt lange zu labern – einfach mal einen Tritt ans Schienbein gaben, wenn sie ihr Schäufelchen zurückwollten. Und das milde Gesichtchen von Mama als Reaktion auf solches Verhalten. Die gleichen Bübchen mobben heute an dieser Stelle, jene Mädchen, die sich damals nicht ans Schienbein treten lassen wollten und befreunden sich mit mild lächelnden Girlies, die viel Haut zeigen. Die Chancen stehen gut, dass so ein Knäblein nie seine Quanten unter meinen Tisch strecken wird und wenn doch, erschiess ich mich. Weil meine Erziehung komplett versagt hätte. Danke für diesen absolut überfälligen Beitrag, lieber Quotenmann.

  • alamers

    an den haaren herbeiezogen? wer erzieht die jungen maenner von heute? ich warte gespannt auf die antwort. da ja maenner entweder der grossenkarrier nachlaufen (als bauarbeiter, verkaeufer etc) oder schon mal durch scheidung entsorgt wurden. die generation vaeterloser kinder ist nicht umsonst ein thema der wissenschaft. was aber frauen ablehen, da es schon irgendwie schwer ist von einer frau zu erwarten die verantwortung fuer ihr handeln zu uebernehem(was aber emanzipation mit bedeutet) nebenbei hat das verhaetscheln der buben international sogar einen namen das Little Emperor Syndrome in china gut zu sehen. aber auch da haben ja muetter gar nichts damit zu tun oder???

  • alamers

    klar sollten maenner an der erziehung beteiligt sein, vermutlich ist das der grund warum maenner fuer ein verbindliches besuchsrecht bei scheidung kaempfen, ist aber nur so eine idee.

    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1635586/

    und weil alles ja sooo neu ist, die ersten studien sind aus dem jahr 1963. bloed nur das die wissenschaftler damals recht hatten. von mehr gewalt bis hin zu chronischen bindungsproblemen haeufen sich verhaltensweisen.

  • Medea

    Herr El Arbi, haben sie Probleme mit Frauen? bei Ihnen sind ständig die Frauen an allem “schuld”.
    Umgekehrt frage ich mich dann: liegt es an den abwesenden Vätern? An Vätern, die sich nicht durchsetzen beim Sohn, wenn solches Verhalten feststellen? An falschen Vorbildern, was die Medien betrifft? Befehlen die Väter ihren Söhnen nie, das Zimmer aufzuräumen (z. Bsp.) etc pp.

    Finde Ihren Artikel nicht gerade gut und deshalb auch nicht provokativ.

  • mira

    Die Jungs müssen also als Ersatz-Partner hinhalten…. Die Schuld nur bei den Müttern zu suchen, ist etwas einseitig. Gerade für Jungs ist das väterliche Vorbild sehr wichtig. Besteht das Vorbild v.a. aus Abwesenheit, so ist genau das prägend für das Verhalten der Söhne. Wo lernt denn ein junger Mann am besten Respekt vor der Partnerin? Genau, am Beispiel des Vaters! Wie geht dieser mit seiner eigenen Frau um? Wie spricht er mit ihr? etc.

  • Simone

    Gut geschrieben, Kompliment!

  • Tanja

    Meine lieben Väter!
    Die prägende Phase dauert um vieles länger als drei Jahre. Also diese Ausrede gilt nicht!
    Und Euch trifft keine “Schuld”, weil ihr nicht dabei gewesen seid?
    Selten so einen Schwachsinn gelesen!

  • Saskia

    Plumpe Aneinanderreihung von Klischees, garniert mit Alltagswissen und Küchenpsychologie der durchschnittlichen Hausfrau. Na hoffentlich ist die eigene Mutter mit DEM Ergebnis zufrieden wink

  • Réda Philippe El Arbi

    Dann haben also Mütter nichts mit der Persönlichkeitsentwicklung ihrer Söhne zu tun? Hm, ich habs! Die GEsellschaft ist schuld, die Medien und wahrscheinlich die Computerspiele. Alles viel prägender als Mama. wink

  • Réda Philippe El Arbi

    Nein, weder hab ich Probleme mit Frauen, noch die Frauen mit mir. Und der Artikel war nicht als Provokation gemeint, sondern als Frage, wieviel die Mamis mit der Persönlichkeitsentwicklung ihrer Söhne zu tun haben. Und?

  • Réda Philippe El Arbi

    Naja, für das Frauenbild, dass ein junger Mann mitnimmt, ist eher die Beziehung zur Mutter prägend. Ich kenn junge änner, die sihc im allgemeinen vorbildlich und verantwortungsbewusst verhalten, auch Frauen gegenüber. Nur der eigenen Partnerin gegenüber sind sie Paschas und Vollidioten.

  • Réda Philippe El Arbi

    Tanja, wenn wir in einer idealen, gleichberechtigten Gesellschaft leben würden, in der die Väter sich zu gleichen Teilen an der Erziehung beteiligen würden, müsste ich ihnen Recht geben. So ist es aber leider nicht. Den Löwenanteil im Bereich Kindererziehung leisten noch immer die Frauen. Und trotzdem wachsen Macho-Idioten heran. Sehen Sie da nicht ein klitzekleines Stück Verantwortung bei den Müttern?

  • Tanja

    Natürlich haben Frauen Erziehungsverantwortung zu tragen, wäre ja lächerlich, anderes zu behaupten!
    Nach ihrer Meinung trifft diese Verantwortung aber zu 100% die Frau. Und dagegen wehre ich mich.

  • Réda Philippe El Arbi

    Nein, nicht zu 100%, aber für den Umgang, den die Männer später in Beziehungen oder grundsätzlich mit Frauen haben, sind Mütter sehr prägend.

  • Sandra

    Ich bin Mutter eines 9 jährigen Sohnes.Habe aber noch 2Töchter von 18und 16 Jahren.Natürlich versuche ich meine Kinder gleichermaßen zu erziehen,dabei ist der Vater genauso beteiligt wie ich.Und genau da liegt wohl das Problem :viele Mütter lassen sich auch ungern die Rolle der Erziehung aus der Hand nehmen.      Ich persönlich bin froh, wenn ich Unterstützung von meinem Partner erhalte.Manchmal muss ich auch den Raum verlassen,wenn meine Muttergefühle mich übermannen,aber nur so kann ein Kind merken,dass Vater und Mutter sich “einig” sind.      Nichts desto trotz flirte ich trotzdem gern mit meinem Sohn und ich denke nicht, dass ich ihn zu einem Macho heran ziehe,dafür werden Mama und PAPA sorgen.

  • Harley-Braut

    Mußte herzlich über den Text lachen. Kinder schauen und lernen von ihren Vorbildern.

    Mein Sohn ist 20 Monate. Er räumt seinen Teller, sein Besteck und seinen Becher alleine in die Spühlmaschine.
    Wenn ich putze, möchte er mir gerne helfen und darf es auch. Dazu gibt es Wasser und einen Lappen in die Hand.

    Bei den Vorbereitungen für das Essen ist er meist dabei, beim eigentlichen Kochen wegen möglicher Unfallgefahren nicht.

    Respekt zeigen, Kinder Ernst nehmen, ihnen Grenzen zeigen aber auch selbst Fehler eingestehen und sich dafür entschuldigen können ist sehr wichtig. Trotz Elternzeit sehen unsere Kinder, dass sich in den Abendstunden oder am Wochenende die Hausarbeit geteilt wird.

    Sie werden auch kaum eine Frau finden die mit ihrem Sohn so spielt wie der Papa! Nur so lernen die Kinder unterschiedliche Verhaltensweisen kennen und das ist gut so.

    Die Fehler begehen übrigens nicht die Mütter sondern die Väter.
    Die Väter die nach Hause kommen und ihr klassische Rollenverteilung ausleben. Die der Meinung sind: Füße hoch und bedienen lassen. Ein Staubkorn finden und die Frau zusammen stauchen, Alkohol und Kippen als Lebenserhaltungssystem sehen… usw.
    Diese Liste könnte man bis ins unendliche weiter führen…

    Fassen Sie sich an die eigene Nase und suchen sie erst einmal bei ihrer Gattung die Fehler, bevor sie so lächerliche Texte veröffentlichen!

  • Réda Philippe El Arbi

    Nach ihrer Logik müssten dann ja die Söhne alleinerziehnder Mütter alle schief herauskommen. Die erste und innigste Beziehung, die ein Kind hat, ist die zur Mutter. Und einige Mütter, nicht alle, erziehen ihre Söhnchen zu kleinen Machos. Was ja eigentlich nichts Aussergewöhnliches ist. Aussergewöhnlich ist, dass es oft Mütter sind, die in ihren eigenen Ansprüchen durchaus emanzipiert sind.

  • Medea

    Nun, ich sehe es so:
    Wieviel die ELTERN mit der Persönlichkeitsentwicklung ihrer Söhne zu tun haben. Finde ich besser, da die “wundersame Vermehrung” oder biolog. ausgedrückt Parthenogenese(zumindest beim Menschen) nicht existiert.

  • Réda Philippe El Arbi

    Ja, das wäre eine wunderbare Antwort, wenn wir bereits eine Gleichstellung im Bereich Erziehung hätten. Haben wir aber nicht. Fakt ist, dass der Grossteil der Erziehungsarbeit noch immer von Frauen geleistet wird. Und trotzdem werden machoide Prinzen nachgezogen. Nicht von den Männern, sondern von vielen Müttern, die ihre Söhnchen auf der einen Seite verhätscheln und ihnen auf der anderen Seite ein übersteigertes Ego mit auf den Weg geben.

    Nicht alle, wohlgemerkt, aber doch so viele, dass es auffällt.

  • Medea

    Da gibt’s halt nur eines: Männer müssen sich an der Erziehung beteiligen.
    Ich sehe das Problem nach wie vor nicht Hr. El Arbi.

  • mira

    Was in welchem Fall stärker zu gewichten ist, obliegt nicht meiner Expertise. Die Eltern-Kind Beziehung hat aber auf jeden Fall eine ganz andere Qualität als die Partner-Beziehung und kann daher keinesfalls eins zu eins übernommen werden.

  • Lilly

    Ich staune immer wieder, wie schlecht viele Menschen Texte lesen. Der Autor hat nie gesagt, die Väter hätten gar keine Schuld an der Misere, er sagt ja selber, dass sie abwesend sind. Mütter sind nicht an allem Schuld, doch es befremdet in der Tat zu sehen, wie sogenannt emanzipierte Frauen ihre Söhne erziehen und aus ihnen genau die Männer machen, die sie selber so verabscheuen. Und dass sich hier viele Mütter so angegriffen fühlen, spricht wohl für sich…

  • mira

    Genau. Fragen Sie mal diese jungen Männer nach der Beziehung (oder fehlenden Beziehung) des Vaters zur Mutter. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die Beziehung der Eltern ist sehr stark prägend für das Beziehungsverhalten der Söhne. Gilt natürlich auch für Töchter/Frauen.

  • El_Jorge

    Ladies… please!

    Man kann über Herrn El Arbi denken was man will, aber hier wurde er wohl (reflexartig?) einfach falsch verstanden!

    Beispiel:  (als Gegenpart zum Stecher nehm ich jetzt einfach mal die Schlampe, der Einfachheit halber)
    Ich (m) habe die Wahl zwischen einer braven Frau, die klug und witzig ist und einer Schlampe, die mir jeden Morgen den Marsch bläst, aber auch sonst alles anflirtet, was irgendwie ins Beuteschema passt.

    Ich nehme die Schlampe.

    Nun verlässt mich diese Schlampe für einen Anderen, dumm gelaufen, ich hätte es ja wissen müssen. Dennoch mache ich die Frauen dafür verantwortlich, weil ich von einer Schlampe betrogen wurde (sie erkennen sicher schon den ersten Widerspruch)

    Nun habe ich eine Tochter von dieser Schlampe (lassen wir das biologisch Mögliche mal aussen vor) und erziehe sie nicht klug und witzig, sondern sexy und wolllüstig (seht euch nur mal die Kids an, wie sie von ihren Müttern mit Minirock und Schminke aus dem Haus gelassen werden)

    Nun habe ich also eine Schlampe zur Tochter, und dafür mache ich nun die abwesende Mutter verantwortlich… merkt ihr was?

    Wenn ich das so durchlese, bemerke ich grad, wie gefällig es ist, aus der Sicht der Frau zu argumentieren wenn immer der Mann schuld ist… so einfach… so unkompliziert… und doch so scheinheilig.

  • Réda Philippe El Arbi

    Naja, die gelebte Beziehung zur Mutter prägt stärker als die Vorblidfunktion des Vaters oder die Beziehung der Eltern. Das eine ist emotionale Prägung, das andere Adaption.

  • matchIng

    Vor etlichen Jahren hat Gerhard Amendt im ‘Der Spiegel’ einen profunden Text zum selben Phänomen veröffentlicht: “Die Rache der Muttersöhne”.
    Sinngemäss sagt er etwa:
    Während die ‘moderne’ Frau unter Umständen die Männer kritisiert und wegstösst (als Mann / Vater), verhätschelt sie ihren kleinen Sohn und ersetzt den Mann / Vater durch ihren kleinen Sohn. 
    Vereinfacht ausgedrückt: Sind die erwachsenen Männer leider Machos, müssen die kleinen Jungs die Mutter dafür trösten, den Mann / Vater ersetzen.
    Trösten allein aber reicht nicht, um aus den Jungs Machos zu machen. Auch keine Fernsehserien.
    Es sind die kleinen und grossen Übergriffe, die in dieser Situation entstehen können, für die sich die aus diesen Söhnen entstandenen erwachsenen Männer später rächen: Mit dem von den Frauen so gehassten Machismo, dem Verachten von Frauen, wiederum mit Übergriffen. 
    Noch mit anderen Worten: Was die Frauen also beklagen, züchten sie unter Umständen mit ihrem eigenen Handeln heran.
    Das ist ein Teufelskreis. Über den man reden muss. Aber ohne Schuldfrage. Denn Schuld verfestigt nur die Tabus.

  • Medea

    “genau die Partner, die sich enen Scheiss um ihren Nachwuchs kümmern. Eigenverantwortung, nicht Lösungen von Aussen erwarten.” Ja dann frage ich mich, wie es dazu kommt, dass Männer sich einen Scheiss üm ihre Kindern kümmern. Ach hier: diese Männer haben sich die Frauen selbst ausgewählt.
    Wir drehen uns im Kreis – wenn es ein Problem gibt, dann ist das eine Wechselwirkung, an der die (abwesenden, meist aber auch die anwesenden) Männer genau so ihren Teil daran haben. Schreiben Sie doch mal über diese Herren, die Ihre Pflichten und Verpflichtungen NICHT wahrnehmen.
    Ihr Artikel finde ich nach wie vor nicht gut – da einseitige Sichtweise! Der Artikel hätte durchaus gut werden können, aber Sie haben verpasst, die Wechselwirkung zu beschreiben, Gründe dafür zu nennen und allenfalls Ursachen zu beschreiben.
    Sorry, das Übel nur aus der Sichtwarte “Mama unfähig” ist schlicht einmal mehr, sorry word, doof, unreif, undifferenziert.

  • Medea

    und lässt keine Diskussion zu – aber das wollen Sie ja gar nicht bezwecken. Da Sie Ihre Haltung schon beinahe als Wahrheit hier deklarieren wollen. wink

  • Réda Philippe El Arbi

    Liebe Medea, wir diskutieren hier doch. Aber, leider, willst du ein anderes Thema diskutieren. Was Männer für Idioten sind, die ihre Partnerin im Stich lassen. Aber das ist erstens sonnenklar, da gibts nichts zu diskutieren, und zweitens ändert es für die Frauen absolut nichts. Es ändert auch nichts, andere Männer zu fordern. Entweder man liest sich einen verantwortungsvollen Partner aus oder einen Idioten. Das ist die Eigenverantwortung der Frauen. Und an diese ist die Kolumne gerichtet. Ich schreibe nicht für die Vollidioten, die keine Beziehung führen können. Das wäre dasselbe wie wenn die Frauen sie versuchen zu ändern. Ich schreibe für die Frauen, die von Schuldzuweisungen genug haben und versuchen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Fertig mit Heulen. Die Gesellschaft ist schuld, die Männer sind schuld. Anfangen mit : Was kann ich in meinem Leben verändern.

  • Medea

    Lieber Herr El Arbi!
    Wo lesen Sie, das ich Männer als Idioten bezeichnet habe? Habe ich nicht. Wenn Sie sich aber betroffen fühlen ist das Ihr Problem. Sie schreiben hier, dass Frauen sich die Männer auswählen – dem halte ich entgegen, dass eben Männer sich auch Frauen auswählen. Es ist und bleibt eine Wechselwirkung, auf die Sie nicht eingehen. Und Sie sind ja der, der den Frauen ja am Ende vorschreibt, dass Sie besser wählen sollen. Es ist einseitig und das entsprcht nicht meiner Realität.
    Die Männer, die ich kenne, finde ich toll. U.a. auch weil eben genau diese, die Idioten wagen zu kritisieren und zu massregeln. Was ich als Frau gut finde.

  • Gumbo Fröhn

    Keine Angst. Jeder 14-18jährige Pascha kriegt die Frau, die ihm das – wie uns geschehen – schon noch austreibt. Mit 35 ist er dann der übliche weichbäuchige Warmduscher mit seinem Audi in der Agglo, der dann von seiner Frau verlassen wird, weil sie einen echten Mann will. Die Tragikkommödie des Mannseins.

  • adriana

    Möglicherweise ist der Grund, dass diese Jungs Machos werden,  ja gerade der, dass ihre Väter sich kaum an der Erziehung beteiligten.

  • Reto B.

    Interessanter Ansatz. Ich hab mich zum beispiel auch schon gefragt, wieso Mütter ihre Töchter zur Beschneidung bringen, sogar wichtig finden dass das gemacht werde. Wie in streng patriarchalischen Gesellschaften diese patriarchalische Struktur auch von Frauen mitgetragen und sogar verteidigt wird.  Nun also, wieso erzieht die emanzipierte Mutter ihr Kind nicht zu einem emanzipierten Sohn/Tochter (genausogut kann man die Frage stellen, wieso das Papa nicht macht, aber okay, Reda fragt nach der Mutter, weil Papa ja eh ein Macho ist und das okay findet in besagtem Beispiel). Ich denke mal, weil die meisten Menschen ihr Leben, ihre Entscheidungen und ihre Erziehung nicht so bewusst und selbstbestimmt wählen, wie sie das möchten. Ganz ehrlich, wissen wir überhaupt, wie wir ein Kind dazu erziehen, fleissig, vernünftig, sauber, oder was auch immer zu werden. Wissen wir, wie wir es dazu bringen, nie Drogen zu nehmen. Wie soll also Mama, die sich täglich am Rande des Wahnsinns befindet (hier bringe ich wieder einen schönen Verweis auf oben genannten Macho-Papa, HA!), daneben ihr Kind zu einem emanzipierten Kind erziehen. Wenn wie mir das sagen, dann erklären sie mir bitte auch, wie ich meine Tochter zu der Natistürmerin erziehe, die 2030 dafür sorgt, dass die Schweiz Fussballweltmeister wird. Ich werd mich redlich bemühen, aber ob ichs hinkriege? Bö? Hab auch mal ein Medizinstudium angefangen… bö?

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