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Väter im Dauerstress

Erstaunlich: Mehr berufstätige Väter als Mütter klagen inzwischen über Probleme, Job und Familie unter einen Hut zu bringen. Schade nur, reden sie nicht laut darüber.

Von Michaela Kozelka

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Es ist eine der grössten Herausforderungen für jede berufstätige Mutter: Irgendwie muss es klappen mit Arbeitszeiten, Krippen und Schulstunden, Essen auf dem Tisch.

Doch das wie und was, das treten praktisch nur arbeitende Mütter lang und breit, und das seit Jahrzehnten. Väterlicherseits hört man im Büro höchstens ab und an eine verhaltene Bemerkung.

Dabei leiden «working dads» offenbar noch mehr als ihr weibliches Pendant darunter, die Ansprüche von Job und Familie kaum unter einen Hut zu bringen, wie eine neue Untersuchung aus den USA vom Boston College und der  Alliance of Work Life Progress zeigt: Denn ganze 60 Prozent finden es schwierig, als Vater, wenn die Mama ebenfalls arbeitet. Und auch sonst.

Damit ist die Zahl der Männer, die Schwierigkeiten mit Arbeit und Familie bekunden, zumindest in den USA, enorm gesteigen: Denn bei einer früheren Untersuchung, 1977, beklagten sich nur 35 Prozent über entsprechende Probleme. Gleichzeitig sind jedoch bei den «working moms» keine Unterschiede auszumachen – 47 Prozent von ihnen orten Vereinbarkeits-Konflikte, und das war bereits vor über drei Jahrzehnten so.

Aber warum sind es nun plötzlich die berufstätigen Männer, die sich in weitaus höherer Zahl beklagen? Ist das Arbeitsumfeld fordernder geworden? Oder die Frauen? Oder wollen Väter heutzutage einfach mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, wie kürzlich eine Schweizer Studie gezeigt hat? Liegt es daran, dass immer mehr Mütter arbeiten? Oder sind Männer schlicht schneller gestresst?

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