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Bigotterie auf Indonesisch

Indonesische Spielfilme setzen auf angezogene Pornostars. Niemand gibt zu, sie zu kennen, aber jeder will sie sehen.

Von Annett Altvater

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Zwölf Jahre. So lang könnte eine Gefängnisstrafe dauern, wenn man in Indonesien Pornografie produziert oder verbreitet. Darunter fallen in dem muslimisch geprägten Land sowohl Zeichnungen als auch Filme oder gar Bewegungen. Vorsicht ist also angebracht, will man nicht mit einem unbedachten Hüftschwung den öffentlichen Anstand verletzen.

In den vergangenen Jahren sah sich das Land mit einer zunehmenden Islamisierung konfrontiert, was Filmproduzenten wie Maxima ins Medieninteresse rückte. Denn Maxima – in Indnesien für Teenager- und Geisterfilme bekannt – heuert für seine Spielfime gern japanische Pornostars an. Die Entrüstung, die dieses Vorgehen hervorruft, deutet schwer darauf hin, dass viele Zuschauer und Entscheidungsträger die Schauspielerinnen bereits sehr genau kennen – allerdings ohne Kostüm.
Um Aufregung zu vermeiden, finden die Drehs mit Sora Aoi, die sich im Pornobusiness Miyabi nennt, nun im Geheimen statt. Die Islamisten regen sich auf; die Zuschauer werden dem Film «Böse Krankenschwester 2» dennoch nicht fehlen. «Wir sind bigott», sagt der muslimische Maxima-Filmproduzent Ody Mulya Hidayat dazu.

Für das Business nimmt der Filmproduzent ein gewisses Risiko in Kauf: Militante Verteidiger des Islam finden, für die Zerstörung des Landes sollte man Hidayat Hände und Füsse abschneiden.

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