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Bewerbungen ohne Bild

Entgegen der Meinung, attraktive Bewerber hätten einen Vorteil bei Jobs, haben nun Forscher herausgefunden: Das gilt nur für Männer. Gut aussehende Frauen sind im Nachteil.

Von Clack-Team

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Frauen sind die schärfsten Kritiker der Frauen, geht bekanntlich eine Regel, über die wir natürlich streiten wie über jede andere Generalbehauptung. Aber die Regel, dass Frauen in Sachen Schönheit und ihrer Beurteilung bei anderen Frauen äusserst kritisch und zuzeiten bei unpassenden Gelegenheiten mitreden, dafür gab es in den letzten Tagen mindestens zwei prominente Beispiele.

Unter dem Titel «Body Wars» läuft die Debatte um die Schauspielerin Ashley Judd (die wir hier besprochen haben). Sie wehrt gegen Anwürfe aus den Medien über ihr Äusseres – dazu noch einmal ein Zitat: «Alle Frauen und Mädchen leiden heute unter dem Attraktivitätsgebot und dem Druck, mit zunehmendem Alter degradiert zu werden. Dass Frauen an der anhaltenden Demontage meines Erscheinungsbilds teilnehmen, ist bezeichnend. Patriarchat – das sind nicht die Männer. Patriarchat – das ist ein System, an dem sowohl Frauen als auch Männer teilhaben. »

Und ein paar Tage davor hatte die Kolmnistin Samantha Bricks das Klischee besprochen, nach dem attraktive Frauen wegen ihrer Schönheit – von Frauen – geschnitten werden (lesen Sie hier).

Jetzt stellt eine Studie fest, dass man auch im Beruf zu hübsch sein kann. Entgegen der Meinung, dass gutes Aussehen Frauen im Beruf hilft, haben Forscher von der Ben-Gurion- und der Ariel-Universität festgestellt, dass attraktive Frauen es bei Bewerbungen schwerer haben (Details etwa im «Spiegel», Kommentar im «Economist»). Derweil gutes Aussehen den Männern wiederum zugute kommt.

Entscheidend, so kommt die Studie zum Schluss, sei, wer die Auswahl der Bewerber und Bewerberinnen trifft. Höchst interessant: In der Studie waren es bei externen Agenturen 96 Prozent Frauen, in interenen Personalabetilungen 85 Prozent Frauen. Offenbar wollen sie keine Konkurrenz von attraktiven Kolleginnen um sich herum.

Fazit? Stehen sich Frauen untereinander aus nicht eben sachlichen Gründen im Weg? Können Frauen die Schönheit anderer Frauen nicht wahrnehmen und bewundern? Schwierige Fragen. Aber im Beruflseben gibt es eine einfache Lösung. Wichtig ist ja nicht, wer aus falschen Gründen die falsche Entscheidung trifft, sondern wie das verhindert werden kann.  Die Folgerung, wie in den USA bei Bewerbungsunterlagen keine Fotos mitzuschicken ist sicher nicht neu. Aber ganz sicher eine sehr gute Idee.

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