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Attraktive Arschlöcher

Was ist dran an diesem faszinierenden Männertypus, den man trotz allem einfach immer wieder lieben muss? Unsere Autorin gesteht, wieso sie immer wieder von Typen hingerissen ist, die sie besser meiden sollte.

Von Clara Ott

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Vor sechs Jahren lernte ich den ersten dieser Typen kennen, die ich rückblickend in die ziemlich eindeutige Kategorie «attraktive Arschlöcher» einordnen kann. Damit meine ich einen Charaktertyp, einer dieser faszinierenden, selbstverliebten Charmeure mit Sixpack, der Langfristigkeit seiner gutlaufende Karriere für wichtiger als die Laufzeit einer Liebesbeziehung erachtet. Ein smarter Macho, der eher wenig Spaß an Gesprächen über Gefühle hat, dagegen leidenschaftlich über sein Sportprogramm doziert. Also einer dieser Herren, die in jeder Bar von Frauenaugen ausgezogen und von Ex-Freundinnen über Jahre angeschmachtet werden und die ganz genau wissen, dass sie nur mit der buschigen Augenbraue zucken müssen und schon mehr Telefonnummern kriegen, als ihrer Libido lieb ist.

Nennen wir meinen Ersten der Einfachheit halber Chris. Natürlich machte Chris mir von Beginn an sehr ehrlich und direkt klar, dass er weder plane, sich in mich zu verlieben, noch mich zu heiraten, seinen Freunden oder Eltern vorzustellen oder je Alltag, Wohnung oder Zukunft mit mir zu teilen. Natürlich verliebte ich mich trotzdem sofort in den Gedanken, Chris grundlegend ändern zu können. Er weckte meinen Ehrgeiz, die erste Frau seit langem in seinem Leben zu sein, die ihm wieder vor Augen führt, wie herrlich Liebe sein kann. Schließlich war Chris seit zehn Jahren Single, mit 34 Jahren im besten Alter und ich, damals 28, wollte ihm beweisen, dass man Sex und Liebe einzeln genießen kann, aber eigentlich niemals wirklich trennen. Ich setzte folglich alles daran, dass Chris mehr Gefallen an mir fand, als nur an meinen Körper. Und selbstverständlich war der Sex mit ihm unglaublich, seine Grübchen waren umwerfend und ich hatte über zwei Jahre dank dieses «attraktiven Arschlochs» ein sehr ausgeglichenes Sexleben. Was war ich verliebt! Und was war ich unglücklich.

Es gibt Arschlöcher und die Netten

Wieso ich Chris als «Arschloch» bezeichne? Wieso, wenn ich seinen Charakter doch von Beginn an für seine Ehrlichkeit und Authentizität schätzte? Wieso ich dennoch jeder Frau abraten müsste, mit Männern wie Chris Nummern, Küsse oder Hoffnungen auszutauschen? Vielleicht, weil meine Antwort lautet, dass äußerlich höchst anziehende Männer lebensgefährlich sein können. Sie wissen exakt, dass sie mit ihren optischen Überlegenheiten alle «netten» Geschlechtsgenossen und alle physiognomisch unterlegenen Herren locker ausstechen. Sie wissen, dass sie einen Kern haben, der uns Frauen fasziniert. Sie strahlen diese Aura der Unergründlichkeit aus und geben sich nonchalant als Männertyp, der ständig auf der Jagd ist, rastlos und gierig und getrieben von sich selbst. Wir Frauen, unbewusst von unserem Urzeitdenken gesteuert, spüren diese charmanten Egoisten in der Masse der aufopferungswilligen Kerle unmittelbar auf. Letztere interessieren uns nicht, weil wir es sind, die sich gern aufopfern. Wer möchte einen Mann, der überfürsorglich, mitfühlend, verständnisvoll und vor allem leicht zu erobern ist? Ich weiß, wir sind manchmal so dumm. Vor Liebe.

Denn auch wir Frauen tragen einen niederen Jagdinstinkt in uns. Doch im Gegensatz zu dem der Männer wie Chris bezieht er sich nicht auf das triebgesteuerte Streuen unserer Gene durch das Flachlegen möglichst vieler Sexpartner. Wir wollen Männer innerlich bekehren und zu liebenswürdigeren Geschöpfen machen. Wir suchen uns attraktive Arschlöcher, die einen guten Genpool bezüglich Statur, Bartwuchs und Männlichkeit besitzen, aber bei denen charakterlich noch Optimierungsbedarf herrscht. Da greift der weibliche Jagdinstinkt. Wir brauchen nur einen Strohhalm des Lichtblicks bei ihm sehen und schon wittern wir Besserung für seine geschundene Seele. Er opfert sich mit Übestunden für seine Firma auf? Er geht fünfmal die Woche ins Fitnessstudio, um sich stark zu fühlen? Er glaubt, keine Zeit für eine Liebesbeziehung zu haben? Seine Ex hat ihn für seinen besten Freund verlassen? Und so weiter. Alles, was diesen Mann an kleinen und großen Krisen umgibt, schreckt uns nicht ab, sondern weckt erst recht unser Helfersyndrom. Wir tun alles, um diesem Mann einen Teil unseres Optimismus, unserer Lebensfreude und unserer Zeit zu schenken. Wir investieren viel, um Verständnis für ihn aufzubringen und lassen alles stehen und liegen, wenn er uns sehen will.

Wirklich, das ist kein Affront gegen diese Art von Männern. Ich habe nach Chris, von dem ich mich nach zwei Jahren löste, mindestens zehn weitere solcher Typen geküsst. Mit manchen hatte ich nur One-Night-Stands, um mich selbst zu schützen. Mit anderen hatte ich sporadisch Sex, über Monate verteilt, in denen ich jedoch via Sms Anteil an ihrem überzeugten Single-Leben nahm. Immer wissend, nicht die einzige Frau an ihrer Seite zu sein, die ihnen beweisen will, wie schön das Leben zu zweit doch wäre. Ich gerate auch jetzt immer wieder an solche unerreichbaren Männer, die ihre Schönheit, ihren Sexappeal und ihren Status benutzen, ohne Frauen offensichtlich ausnutzen zu wollen. Ganz ehrlich, ich unterstelle den meisten nicht mal böswillige Absichten mit dem, was sie tun. Es ist einfach so, dass sie leichtes Spiel mit uns Frauen haben, die natürlich auch einem gewissen Typus angehören.

Wer will eigentlich was?

Wir sind mehr oder minder charakterfest, meistens selbstbewusst und viele haben selber eine Handvoll Verehrer an der Angel. Aber alle diese netten Männer reizen uns eben nicht. Wir suchen Herausforderungen und Aufgaben, als hätten wir nicht schon genug zu tun mit unserem eigenen Leben. Wir verhalten uns keineswegs vorbildlich oder nachahmenswert, aber es liegt in unserer Natur. Viele Frauen wie ich verwechseln Liebe manchmal mit Daseinsfürsorge. Wir wollen da sein für einen Mann, wir wollen gebraucht werden, wir wollen Sex, aber wir wollen vor allem Nähe. Und dafür machen wir Abstriche bei Verlässlichkeit, Treue, Kompromissbereitschaft – oder bei seinen Gefühlen. Liebe, das ahnen wir, wird schwer mit so einem Chris. Aber wer wie ich eine gewisse Bindungsscheu oder Verlustangst in sich trägt, dem ist so ein Chris sehr recht. Weil Chris alles wir, nur keine Bundung oder etwas verlieren, weil er nichts besitzen will, außer seiner Freiheit.

Und was wollen wir, aufopferungswillig hängend in einer emotionalen Schieflage? Wir ziehen irgendwann die Notbremse. Sofern uns ein Chris nicht genervt zuvorkommt. Das kann nach Wochen, Monaten oder manchmal erst nach Jahren passieren. Bei Chris und mir dauerte es zwei Jahre, bis mein anfänglicher und sehr naiver Optimismus, ihn umbiegen und verliebt in mich zu machen, in nichts als Frust umschlug. Ich erkannte, dass er sich nicht ändern wollte und vor allem nicht für mich. Weil er wie seine Artgenossen Spaß auf seiner Jagd hatte, obwohl er nicht explizit auf der Jagd nach weiblicher Beute war. Die erlegte er einfach nur nebenbei, wie ein hungriger Löwe, der durch die Steppe läuft und hier und da Appetit verspürt. Hier eine grazile Gazelle, da ein niedliches Kaninchen. Ich war sehr leichte Beute für einen Mann wie ihn. Doch in Wahrheit war er immer auf der Suche nach einem gleichstarken Löwenweibchen. Kerle wie Chris wollen eine Frau, die ihm ebenbürtig erscheint und die in auf Augenhöhe in seine Schranken weisen kann. Die wie er eiskalt ihre Emotionen kontrollieren kann. Die wie er eine Aura besitzt, die beim Betreten einer Bildfläche Staunen und offene Münder verursacht. Die anbetungswürdig ist und unerreichbar und damit eine «attraktive Arschloch-Dame».

Jeder für sich

Mit solchen Frauen nämlich gehen solche Männer irgendwann ernsthafte Liebesbeziehungen ein. Manche zerfleischen sich in ihrer Liebe, weil sich niemand von beiden an den anderen anpassen will. Keiner dieser «attraktiven Arschlöcher» sieht ein, sich auch nur ansatzweise ändern zu müssen oder Kompromisse einzugehen. Beide fühlen sich weiterhin überlegen und kämpfen darum, ihr bisheriges Dasein weiterzuführen, trotz vermeintlich einengender Beziehung. Das ist ihr Verständnis von «Daseinsfürsorge»: Jeder für sich, eine Win-Win-Situation mit zwei Siegern. Oder zwei Verlierern, je nachdem.

Das Fazit meiner Anlyse? Es gibt keine Erkenntnis. Ich werde weiterhin fasziniert von diesen vielschichten Männern sein, weil sie mich emotional herausfordern, mir meinen Schlaf und meine Nerven rauben und ich werde leider weiter von zu netten Gazellenmännern gelangweilt sein. So lange, wie ich es aushalte, der Liebe hinterherzujagen. Denn davor, das erkenne ich bei jedem dieser Löwen wie Chris einer war, habe ich wirklich noch größeren Respekt. Als vor attraktiven Arschlöchern.

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Kommentare

  • Oliver Burkardsmaier

    Du nennst Deinen Ex-Chris ein Arschloch, obwohl er Dir von Anfang an gesagt hat, was er will und was nicht? Und findest Dich aufopferungsvoll, wenn Du durch die Gegend läufst und Dir das Recht anmasst, andere Menschen nach Deinem Gusto umformen zu dürfen?
    Hm.
    Nö.

  • Bünzli

    “…und ich werde leider weiter von zu netten Gazellenmännern gelangweilt sein”.
    Und du langweilst mich. Die ewiggleiche Leier der Ott. Das nächste Thema ist bestimmt wieder Übergewicht. Gähn.
    😀

  • Tomas

    Ich finde deinen Text bemerkenswert offen.
    Es gibt ein Paar Momente in denen ich mich wiedererkenne, in anderen weniger. Dennoch: wenn ich meine Absichten von Anfang an unmissverständlich deklariere, fühle ich mich weniger Arschloch zu sein als jemand der euch Frauen etwas vorspielt. Lassen wir mal jetzt den Teil weg wo man unterwegs nach Lust und Laune noch Imbiss zu sich nimmt: man ist also bereits ein Arschloch, nur weil man sich nicht domestizieren lässt? Nicht dass jetzt die Antwort für mich irgendwelche Schlüsse nach sich ziehen würde, ich frage nur um dein Text besser zu verstehen.

  • marie

    männer wie chris sind keine löwen, das sind selbstverliebte weicheier und feiglinge. und sich an solche emotional binden, sollte frau tunlichst meiden; mehrmals auf solche idioten reinzufallen mag für eine 25 jährige noch drinliegen, aber mit mitte dreissig sollte man darüber hinweg sein. man ist schliesslich auch jemand, stichwort: selbstachtung.
    viel glück beim darüber hinwegkommen!

  • ovialop

    Ihr ehrlicher Text hat mich ziemlich aufgewühlt…
    Zum einen bestätigen Sie meine Denkweise. Frauen wollen ihren Partner ändern. Sie können nicht anders. Sie wollen ihn optimieren, verbessern, zum Glück zwingen… das richtige Wort wäre wohl erziehen… Wenn ich meine früheren Beziehungen so anschaue, werde ich den Verdacht nicht los, das diese Tatsache schon mehrmals sehr viel kaputt gemacht hat…
    Es ist nicht so, das dies eine Strategie der Frauen ist, um “attraktive Arschlöcher” an sich zu binden, wie Sie schreiben. Es gibt sehr viele unattraktive Männer, die auch unter der Fuchtel ihrer Partnerin stehen. Zudem glaube ich Ihnen auch nicht, das das Motiv dahinter Aufopferungsdrang oder dergleichen ist. Meistens ist es doch einfach Egoismus – und zwar von der schlechten Sorte. Kindisches Prinzessinnendenken.
    Was mich in Ihrem Text auch nervt, ist, wie sie sich als unbewusst vom Urzeitdenken gesteuertes Opfer darstellen (…das nervt mich übrigens auch bei Männern!). Eine billige Ausrede, um von Ihrer oberflächlichen Einstellung abzulenken – verpackt in tolle Worte wie Genpool und Jagdinstinkt.

  • The Damned

    Zum Glück sind nicht alle Frauen so. Wobei die Arschlochrolle natürlich immer zieht, das ist mir schon klar. Nur kann man die nicht spielen: Mann ist in gewissen Situationen so oder eben nicht. Ich kenne da einen sehr reflektierten, sehr sensiblen, polyvalenten, äusserst erfolgreichen Mann, der einen Bentley fährt. Unter anderem. Und der ist ein Jahr weniger mit seiner Frau zusammen, als ich mit meiner, also 15 Jahre. Vom Körperbau her ist er eine Gazelle. Und spricht kaum von seinem ausgesprochen bemerkenswerten, geschäftlichen Erfolg. Weil er es nicht nötig hat. Aber das ist natürlich eine ganz andere Klasse…

  • Linda-Tabea Vehlen

    ….stimmt – so ist es! Welche Frau ist nicht schon auf ein Arschloch – oder gar mehrere – hereingefallen, bzw. hat ihre (schlechten) Erfahrungen mit selbigen gemacht. Das haut echt nie hin, diese Typen sind nicht für die Ewigkeit, für feste Beziehungen, gedacht. Zudem sind sie meist parallel unterwegs, daten mehrgleisig und steigen nicht selten auch mit diversen Frauen zur gleichen Zeit ins Bett, haben in jedem Feuer ein Eisen. Oft ist dieser Typ Mann auch der, den Frauen bei uns im Fremdgeher- und Lügner-Aufdeckportal wen-datet-er-noch suchen. Weil eben derlei Verhalten ohne Lügen und Untreue gar nicht auskommt. Und selbst, wenn sie nicht lügen oder untreu sind: schon an der Einstellung “ich mich sollte sich keine ernsthaft verlieben” bzw. dass er raushängen lässt, dass er nix festes möchte, treibt die meisten Frauen in den Wahnsinn. Muss FRAU nicht haben!

  • Tomas

    Wenn man also der Frau von Anfang an erklärt, im Voraus, dass man keine Lust hat sich zu binden und dabei auch bleibt, weil man tatsächlich keine Lust dazu hat, ist man dann Feigling? Was interpretieren sie in eine derart glasklare Situation rein, das ihnen dabei der Begriff selbstverliebt resultiert? smile
    Kann es nicht sein, dass es genau so ist wie der Bursche sagt, nämlich: er hat einfach kein Bedürfnis sich zu binden? Sich den ganzen Beziehungsscheiss anzutun?

    Wenn ich kein Bedürfnis habe eine Pizza zu essen, bin ich selbstverliebt weil ich es sage und dann danach auch handle? Es gibt Menschen, die in einer bestimmten Lebensphase keine Beziehung wollen. Wenn sie es offen kommunizieren, ist das alles andere als feige. Sie geben ihnen die Möglichkeit den Reissaus zu nehmen bevor es weh tut. Sie wollen nicht jemanden mit falschen Versprechungen an sich binden. Das ist nur fair. Sie können natürlich trotzdem bleiben und eine Wette darauf abschliessen dass es sich einmal ändern wird, aber das ist dann nur ihr Glücksspiel. Darauf zu wetten, dass wegen mir jemand anders handeln wird als angekündigt, das ist selbstverliebt smile

  • Irene

    Oiiiii Clara: ICH LIEBEEEEEE IHRE TEXTE……obwohl soviel Text doch echt auf viel Aufmerksamkeit ist für diese, a…….. Finde ich…:) Tacheles gibts 2 punkte die mir immer helfen, nie aber nie diesen Aufwand Betreiben einen Mann verändern zu wollen und immer wissen mit welchem Zoologen sich man niederlegt, kniet oder was auch immer…..smile

  • turi

    Dabei ist dieser Text ja bloss ein devoter Hilferuf an Chris, er solle sich mal wieder melden und ihr ordentlich das Gefühl geben, benutzt zu werden.

  • mira

    Ich kannte auch ein paar solche Exemplare. Die waren aber höchstens für eine Affaire gut, verliebt habe ich mich in “so einen” nie. Dazu waren die mir zuwenig emotional, zu oberflächlich, zu wenig fordernd, schlicht zu langweilig. Ich stehe eher auf komplizierte Männer (ok, gutaussehend müssen sie natürlich schon auch sein)… was es übrigens auch nicht einfacher macht…

  • mira

    Nein, so ein Mann ist kein Feigling, sondern nur ehrlich. Ich habe das immer geschätzt, vielleicht weil ich ebenso war. So kann jeder entscheiden, ob und bis wo er weitergehen will.
    So toll kann aber Chris trotzallem nicht sein, warum sollte er sonst 2 Jahre ohne Liebe mit einer Frau zusammen sein? Für mich tönt das eher nach Schlafmütze…

  • marie

    der pizza-vergleich entspricht nicht ihrem niveau, dies nur n.b. und das auch nur weil sie mal wieder nicht verstanden haben, worum es u.a. geht und sie nicht anders können als selektiv zu lesen.
    klar ist er feige und ich habe zusätzlich noch etwas ganz wichtiges vergessen, geiz. weshalb geht so einer nicht einfach zu einer prostituierten? weil es zu teuer ist? nun ja, vllt ein paar mal weniger ins fitness, dann reicht es auch.
    (die frage war rhetorisch, sie brauchen mir nicht zu antworten, denn auf einen weiteren pizza-vergleich können wir sehr gut verzichten, danke.)

  • Bert

    “Also einer dieser Herren, die in jeder Bar von Frauenaugen ausgezogen und von Ex-Freundinnen über Jahre angeschmachtet werden und die ganz genau wissen, dass sie nur mit der buschigen Augenbraue zucken müssen und schon mehr Telefonnummern kriegen, als ihrer Libido lieb ist.”

    Marie, weshalb soll der zu einer Prostituierten gehen? Er muss nur mit der Augenbraue zucken.

  • Tomas

    Angi, es gab einfach eine Zeit, da habe ich beschlossen keine Beziehungen mehr einzugehen. Ohne Frauen zu sein, das kann ich aber nicht, und es war auch nie nötig. Falsche Erwartungen machen aber alles komplizierter. Deshalb habe ich alle meine Bekanntschaften immer im Voraus aufgeklärt, was genau ich zu bieten habe und was nicht. Manche sind dann gleich gegangen, die meisten blieben. Die meisten die blieben wollten dennoch genau das was ich nicht wollte und dann war ich es der es immer sofort beendete – im Interesse von uns beiden. Jemanden hinhalten, das wollte ich unbedingt vermeiden.
    Meine Freundin blieb, und ich glaube zu wissen dass sie es nicht bereut. Wir haben weiterhin zwei Haushalte und es geht uns besser den je. Die Zeit die wir zusammen verbringen scheint mir intensiver als alle meine früheren Bekanntschaften mit denen ich gemeinsam gewohnt habe.
    Man muss vielleicht erwähnen, dass sowohl ich wie auch meine Freundin bereits Kinder haben und deshalb kein Bedürfnis nach Familiengründung verspüren.
    Was die Zukunft bringt weisst niemand, Menschen verändern sich und die Situationen in denen sie sich befinden auch. Das gilt aber für uns alle.

  • Tomas

    mira: naja, ich habe auch so eine “Chrisphase” hinter mir, und jetzt bin ich fast ohne es zu merken schon fünf Jahre mit meiner Freundin zusammen. Sie ist auch geblieben als ich ihr beim ersten Date erklärt habe, dass es mit uns (und auch keiner anderen) nichts wird. Vielleicht bin ich jetzt auch eine Schlafmütze wink

    marie, sie verwechseln die Begriffe mal wieder. Wenn ich etwas nicht will, heisst es nicht dass ich es eigentlich will, es aber aus Angst nicht tue. Und meinem Gegenüber behaupte, es einmal doch zu wollen, damit ich für das gesparte Prostituiertengeld ins Fitness kann wink Keine Beziehung eingehen zu wollen kann auch Ergebnis einer Überlegung sein, dass eine solche immer Aspekte beinhaltet die man einfach nicht (mehr) haben will. Während die Frauen sich immer wieder selber belügen in der Hoffnung, man kann das eine ohne das andere in einer Beziehung doch noch hinbekommen, sind wir Männer da ehrlicher und pragmatischer und lehnen das ganze Paket manchmal kurzerhand einfach ab.
    Wenn sie davon ausgehen dass alle Menschen sich danach sehnen in einer Beziehung zu leben, können sie bei solchen die es nicht wollen logischerweise nur falsch liegen.
    Darf man ab einem bestimmten Niveau keine Pizzavergleiche machen? grin
    Noch einmal: selbstverliebt ist nicht der Mann der klar kommuniziert, sondern die Frau die sich dabei denkt: “wir werden schon sehen, wegen mir wird er sich schon ändern”.

  • marie

    auch für bert, damit bert versteht; klartext:
    solchen idioten und arschlöchern weint man nicht nach (6 jahre im beitrag!). frau ott habe ich durch die blume empfohlen, die finger von solchen typen zu lassen; sie verträgt das nicht. solche typen benutzt man und dann tritt in den hintern. und gut is, mehr nicht. und ja nicht auf die idee kommen, diese auch noch ändern zu wollen, wenn frau sie nur ganz doll lieb hat. …verschwendete zeit!
    doch mira, in aller erster linie sind die feige. ja keine verantwortung übernhemen, sich ja keine gedanken über ihr verhalten und dessen konsequenzen machen. und ganz wichtig, alles unverbindlich, aber wirklich alles. das mag ein paar jährchen gehen, ist doch ok. aber meistens verfolgen sie diese strategie über dekaden, wenn nicht ein leben lang; dabei ist deren haltung ggü frauen i.d.r. haarsträubend. ich finde das feige. bin nach wie vor der meinung, dass es immer noch das konsequenteste wäre, wenn diese typen zu professionellen gehen würden.
    ich frage mich, ob ihr solche typen kennt – ich habe in meinem näheren umfeld zwei solcher exemplare, die das seit mehr als 20 jahren praktizieren; und erdreisten sich dann auch noch, über frauen zu motzen.
    schönen tag allerseits.

  • Bert

    “solche typen benutzt man und dann tritt in den hintern”
    Ähm, sind das dann die Arschlochfrauen, die Typen benutzen?

  • marie

    richtig bert, sie haben die idealsituation erfasst. smile …aber leider lachen sich frauen/männer aus verbrämter romantik immer wieder die falschen an. …und dann geht die jammerei los. das nervt.

  • mira

    Tomas, ob sie ne Schlafmütze sind, kann ich nicht beurteilen, fragen Sie einfach mal ihre Freundin smile. Abgesehen davon ändern sich Menschen (auch Männer) im Laufe ihres Lebens.
    marie, es gibt in unserer Gesellschaft keine Verpflichtung, als Mann eine Frau oder Familie zu haben. Und mir sind ehrliche Männer lieber, als solche die erst der Frau Honig um den Mund schmieren und dann trotzdem ein Arsch sind.
    Ich hab mal eine Zeitlang mit einem (ehrlichen) Typ gedated. Er hat mehrfach betont, dass er nichts Festes/Verbindliches will. Was für mich (temporär) ok war. Das Geschrei seinerseits war dann aber gross, als ich für ne Zeit ins Ausland gegangen bin und es da durchaus auch nette Herren gab. Aber das war dann sein Problem. Da bin ich dann wohl zuviel Arschloch.

  • marie

    war selbst arschloch, mira… und ich habe absolut kein schlechtes gewissen ggü niemandem. wie schon erwähnt, für eine bestimmte zeit völlig ok. aber einige schaffen den absprung nicht, dann wird’s ätzend, und zwar für alle beteiligten. und ganz wichtig, wer es nicht verträgt: finger weg!
    so muss arbeiten. sorry. schönä tag!

  • Tomas

    mira: ja, das ist die Konsequenz – man muss damit rechnen, dass eines Tages die Frau (oder der Mann) jemanden trifft der ihr/ihm besser passt, oder einfach sonst warum auch immer genug hat, aufsteht und geht. Wie es sich dann anfühlt weisst man im Voraus nie ganz genau, ausser dass es schneller und schmerzloser geht als wenn man zusammen Kinder, Haus und 3. Säule Konti hat grin

    Ach, Moment mal, damit muss man eigentlich sowieso immer rechnen, wenn man die Realität die uns umgibt nicht vollständig ausblendet, nicht wahr? Oder glaubt vielleicht jemand, wenn zwei sich eine Wohnung zusammen nehmen bleibt man dann glücklich zusammen bis das der Tod sie scheidet? grin

  • Angi

    Thomas, verstehe ich das richtig: Du sagst Deinem Date, dass es mit Euch nichts wird. Sie bleibt dran, es wird doch was. Aber trotzdem weisst Du genau was Du willst..? Oder hat sich Deine Freundin nur erfolgreich selbst belogen?

  • Bonaldo

    Davor hast Du Respekt? Die Lernresistenz und fehlende Einsicht, das dass eigene Beuteschema Dir nicht guttut und darin nichts Erstrebenswertes steckt? Verstehe ich nicht. Ich kenne den Typ Frau, der immer wieder auf solche Männer reinfällt. Es ist der mit zu wenig Nestwärme und Selbstachtung. Obwohl er leidet, soll die Liebe steht unerfüllt bleiben. Solange man sich aufopfern kann und die eingebildete Liebe nicht erwidert wird- ist man glücklich unglücklich. Gibt zwei aufschlussreiche Bücher darüber:
    – Wenn Frauen zu sehr lieben von Robin Norwood
    – Romantische Bewegung: Sex, Shoppping, Liebesroman von Alain de Botton
    Würde ich wärmstens empfehlen.
    Viel Erfolg auf dem Weg zur Erkenntnis!

  • Bonaldo

    *“das” und “dass” vertausch*

  • Jorge

    Sind Frauen, welche auf Arschlöcher stehen, nicht das eigentliche Feindbild der Emanzipation?

    Machos existieren nur, weil es Frauen gibt, die sich von diesen beeindrucken lassen.

    Warum also immer über Männer herziehen? Hier wird schlicht und einfach nur eine Nachfrage bedient.

  • Jorge

    Hallo, holde Maid!

    Die deutschen Kampfemanzen hatten mich mal wieder hier reingelockt, jetzt schein ich sie aber erfolgreich vertrieben zu haben *posier*

    Stimmt, dieses unumstössliche Menschenrecht haben sie! Unfairerweise beklagen sich aber hauptsächlich Frauen über diesen Umstand – Männer haben scheinbar kein Problem, von Frauen benutzt zu werden – warum auch immer.

  • marie

    doch doch mein held und ritter ohne fehl und tadel smile sie haben schon probleme ausgenutzt zu werden. die neuen kriegen i.d.r. das ab, was die vorgängerinnen vermasselt haben (umgekehrt übrigens auch).

  • Jorge

    Sag das dem Reda wink

    Mh, interessanter Punkt. Ich halte mich, nach all den schrägen Beziehungen, aber eher für geschliffen, denn als vermaledeit. Ich registriere bei einer neuen Partnerin zwar auch ihre Schrägheiten, bin dann aber froh, weil ich weiss, es hätte noch viel schlimmer kommen können.

    … es sei denn, es handelt sich dabei um eine neue Stufe der Schrägheit – ist ja auch immer steigerungsfähig.

  • Bert

    Es gibt immer diese zweite Seite der Medaille. Nur wollen die Feministen diese nie eingestehen.

  • Jorge

    Absolut. Feministen sind sozusagen das Gegenstück zu einem Macho – wobei aber der Macho nicht böse und der Feminist gut ist, sondern beide haben einen an der Waffel – Extremisten halt.

    Alle haben wohl ein berechtigtes Grundanliegen, bewegen sich aber mit ihrem Engstirnigkeit zu weit von der Mitte entfernt, um ernst genommen werden zu können/dürfen.

    Ist wie bei der politischen Linken und Rechten; überrissene Forderungen für die eigene Klientel, ohne dabei auf die Argumente der Gegenseite zu hören.

  • marie

    sorry, wenn ich mich als frau einmische. aber gleichberechtigung heisst:
    frauen haben das gleiche recht arschlöcher zu sein, wie männer auch. gut muss mann/frau das nicht finden, aber es bleibt, sagen wir mal, legitim.
    schön, dass sie mal wieder vorbeischauen ehrwürdiger jorge. ich habe sie vermisst, mein ritter.

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