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Warum Frauen Orgasmen vortäuschen

Weil sie so schnell wie möglich schlafen wollen? Vielleicht auch. Aber die Mehrheit tut offenbar vor allem aus Angst vor Untreue als ob. Fragt sich nur, ob das auf Dauer tatsächlich funktioniert.

Von Sladjana Drobnjak

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Es war ein stressiger Tag. Eigentlich will sie nur noch schlafen, aber er sieht sie mit erwartungsvollen Augen an. Die Ausrede mit den Kopfschmerzen, der Müdigkeit, dem Stress im Job und so weiter hat sie schon zu oft gebracht. Und wenn sie sich konzentrieren würde, könnte sie sogar auf ihre Kosten kommen.

Doch das Ziel, so schnell wie möglich in die Kissen sinken zu dürfen, lässt sie auf eine einfachere Variante ausweichen. Vorhang auf für das Theaterstück «Orgasmus vortäuschen». Zugegeben, es ist ein bisschen unehrlich. Aber man tut es ja nicht immer und befindet sich zudem in guter Gesellschaft. Laut verschiedenen Studien machen das zwischen 48 und 72 Prozent der Frauen von Zeit zu Zeit.

Eine neue Untersuchung sagt uns auch, warum das so ist. Die Columbia University und die Oakland University of Michigan haben 453 Frauen befragt, die sich mindestens 6 Monate in einer Beziehung befanden. Knapp 54 Prozent gaben zu, ab und an den Orgasmus vorzutäuschen. Gleichzeitig war dies auch die Gruppe, welche am meisten an der Treue ihres Partners zweifelte. Ihm das Gefühl zu geben, er sei ein toller Liebhaber, und dass alles nur aus Angst, er könnte sonst fremdgehen? Ob diese Beziehung auf Dauer funktioniert?

So tun als ob ist vielleicht auch deshalb so verbreitet, weil die Männer offenbar fast ausnahmslos darauf reinfallen. Im Film «When Harry met Sally» hat uns die Schauspielerin Meg Ryan in einem überfüllten Restaurant vorgemacht, wie überzeugend ein gut gespielter Orgasmus sein kann. Doch egal, wie echt das Stöhnen klingen mag, lustvoll ist das Vortäuschen nicht.

Das Bett ist kein Ort, um seine schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Wer das regelmässig tut, kommt wohl nicht drum herum, das Thema irgendwann zur Sprache zu bringen. Aber vielleicht besser nicht erst bei der Trennung.

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Orgasmus Psychologie