Leben

«Zut aux barbares!»

Die Attentate in Beirut und Paris haben fast 200 Menschenleben ausgelöscht und Unsicherheit gesät. texted.ch hat aus den Tiefen des Netzes einige der schönsten und berührendsten Beiträgen herausgefischt, die Mut machen.

Von Texted

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1. Mamie Cool liest den Barbaren die Leviten
Niemand fand die richtigeren Worte als sie: Mamie Danielle, wie sie mittlerweile von ganz Frankreich liebevoll genannt wird. Als sie wie so viele andere nach den Pariser Anschlägen in Gedenken an die Opfer Blumen vor das Bataclan brachte, wurde sie von einem Journalisten befragt. Was die ältere Dame daraufhin sagte, war schlicht grossartig: “Es ist von grosser Bedeutung, unseren Toten Blumen zu bringen. Es ist von grosser Bedeutung, hier viele Ausgaben von Hemingways ‘Paris est une fête’ zu sehen. Weil wir eine sehr alte Zivilisation sind und wir werden unsere Werte stets hoch halten (…) Wir verbrüdern uns mit fünf Millionen Muslimen die ihre Religion frei und friedlich ausüben. Und wir kämpfen gegen zehntausend Barbaren, die behaupten im Namen Allahs zu töten.”

Der Nachdruck und die Entschlossenheit ihrer Friedensbotschaft begeisterten die Franzosen. Hemingways Buch wurde zum Bestseller, Fremde liessen ihr Blumen zukommen. Daraufhin wurde die 77-jährige Anwältin im Ruhestand erneut von “Le Grand Journal” interviewt und wieder fand sie schlichte, klare und richtige Worte: “Wir lieben Musik, wir lieben gute Restaurants, wir lieben es, zu trinken, wir lieben Sexualität, die Sexualität von allen, egal ob Homosexuelle oder Heterosexuelle.”

Und auf die Frage, welche Botschaft sie den Jungen zukommen lassen wolle: “Habt keine Angst, liebt das Leben, empört euch, wie Stéphane Hessel gefordert hatte. Lebt, liebt einander, seid vereint – et zut aux barbares, die Barbaren sollen sich wegscheren.”

Mit ihrem “zut aux barbares“ und den humanistischen Werten, die sie so elegant vertrat, wurde Madame Danielle endgültig zur Nationalheldin. In den sozialen Netzwerken und den Kommentarspalten wurde sie als die neue Marianne gefeiert und manch einer sähe sie gerne an der Spitze des Landes. Als sich eine muslimische Journalistin bei ihr bedankt, steigen Madame Danielle – und nicht nur ihr – die Tränen in die Augen.

 

2. Ein Vater erklärt seinem kleinen Jungen, weshalb er keine Angst haben muss
Auch Angel und Brandon bringen Blumen um den Terroropfern zu gedenken. Ein Journalist fragt den kleinen Brandon, ob er versteht, warum diese Menschen das getan haben: “Ja, weil sie sehr, sehr, sehr böse sind. Böse Leute sind nicht sehr nett”, antwortet der Sechsjährige. Und weil er Angst vor den Pistolen der bösen Menschen hat, erklärt ihm sein Vater, dass die Kerzen und Blumen der Guten stärker seien, als die Waffen der Bösen. Der kleine Dialog berührte die Menschen auf der ganzen Welt. “Le petit Journal” machte die beiden daraufhin ausfindig und lud sie ins Fernsehstudio ein.

 

3. Vier kanadische WG-Gspöndli verteilen Liebe
Vier Jungs aus vier Ländern, die alle schon unter Terrorismus zu leiden hatten stellen sich in die U-Bahn Station von Montréal und machen vor, was passiert, wenn man mehr Liebe als Furcht in sich trägt.

Best Friends With a Message: Love Over FearFour best friends from four countries affected by ISIS attacks stopped people in their tracks with their message.h/t Generation Y Not.

Posted by AJ+ on Freitag, 20. November 2015

 

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