Leben

24 Stunden ohne Handy: Die Pizza kam trotzdem

Fünf Leute versuchten, einen Tag ohne Strom auszukommen und trotzdem ein Frühstücksei zu kochen. Ein Rückblick.

Von Joanna-Yulia

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Es ist 8 Uhr früh am 1. November in Wallisellen und Lea, die Moderatorin, eröffnet den Live-Stream der WGunplugged. Topftrommelnd – der letzte Weckversuch – verlässt sie das Bild. Und tatsächlich: auf dem Stream bewegt sich etwas. Mario und Luca erscheinen auf der Bildfläche. Fluchend. Klar, es ist Sonntag, viel zu früh und arschkalt! 24 Stunden ohne Strom beginnen.

Gefrühstückt wird kalt. Nichts Unübliches eigentlich – aber was ist mit dem Morgenkaffe? Feuer muss her. Zum Glück gibt es einen Garten. Was folgt, ist das Warten. Auch das 3-Minuten-Ei zieht braucht ohne Strom eine Ewigkeit.

Um 12 Uhr sind dann auch die restlichen Bewohner wach. Rea, Lucas und Pädi gesellen sich zu den anderen und ertragen sportlich die Temperaturen. Die Handymanie wird sprichwörtlich weggeredet, Sonntagsbrunch am Lagerfeuer.

Aufgewirbelt wird das Ganze durch die Challenges, die sich das ZHdK-Cast Team des dritten Semesters ausgedacht hat, um eine gar zu familiäre und ruhige Amosphäre à la „You Can Count on Me“ (Kenneth Lonergan, 2000) aufzubrechen. Ein fiktiver Stromgenerator muss gebastelt werden, dann eine Filmszene nachgestellt und zuletzt Pizza gebacken werden. Das Ganze vom Zuschauer via Twitter, Facebook und Youtube kommentier-, und interagierbar.

Deshalb war die Freude gross, als nach kalter Dusche und Challenge-Plagerei, plötzlich ein Pizzakurier vor der WG stand. Ohne Handy zum Pizza-Founding dank Social-Media, Lifestream und Pappkarton! Das ist mal was!

Gegen Abend wird es dann wieder ruhig, Kerzenlicht erhellt die Räumlichkeiten und die WGunplugged bereitet sich auf eine kalte Nacht vor. Am nächsten Morgen, pünktlich um acht Uhr ist der Strom wieder da.

Was Luca vom Experiment hielt, fragte ihn Moderator Sidney gleich danach:

Wie war es, 24 Stunden lang kein Handy und keinen Laptop zu benutzen? 

Ehrlich gesagt gar nicht so einschneidend, erstaunlicher Weise. Das Handy habe ich sicherlich mehr vermisst als den Laptop. Ich habe mich immer dabei ertappt, wie ich in meine Hosentasche greife, um nach der Uhrzeit zu sehen. Aber es war gar nicht so schlimm.

Und allgemein kein Strom zu haben?

Das war viel einschneidender. Mir wurde erst dadurch klar, was alles Strom braucht und wieviel Aufwand es kostet, den Tag ohne Strom zu bestreiten.

Wie denkst du nach dieser Aktion über das Energiesparen?

Ich muss zugeben, dass ich während der Aktion vor allem über effizienten Stromverbrauch nachgedacht habe. Auch wie umständlich die alternativen Methoden waren, zum Beispiel um Wasser zu kochen. Das war auch das Interessante an der Aktion. Darauf hinzuweisen, dass Strom eine wirklich wichtige Dienstleistung ist, die man da geniesst.

Was war dein persönliches Highlight?

Das Zusammensein beim Kerzenlicht fand ich toll. Auch, dass mir der Abend mir so lang vorkam, weil ich das Zeitgefühl verloren hatte. Das war wirklich cool.

 

Und was die Highlights der 13 ZHdK-Studenten der Fachrichtung Cast / Audiovisuelle Medien waren, erfahrt ihr hier: https://goo.gl/x4LGs6

Unterstützt wurde das Ganze vom Programm EnergieSchweiz, auf dessen Homepage und Facebook-Seite man natürlich wertvolle Energiespartipps finden kann.

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